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KAMERUN

Bischof von Bafia stirbt unter ungeklärten Umständen

Bischofskonferenz fordert weitere Untersuchungen

Der Bischof der zentralkamerunischen Diözese Bafia, Jean Marie Benoît Balla, ist am 31. Mai 2017 unter bislang ungeklärten Umständen ums Leben gekommen. Ein Fischer entdeckte seine Leiche am 2. Juni 2017 im Fluss Sanaga, nachdem das Auto des Bischofs zwei Tage zuvor auf einer Brücke gefunden worden war. Am 14. Juni 2017 betonte die Bischofskonferenz in einer Stellungnahme, der Bischof habe nicht Selbstmord begangen, sondern sei brutal ermordet worden. Die Bischöfe stellten den Tod von Bischof Balla in eine Reihe von ungeklärten Morden, denen in den vergangenen Jahren viele Priester und Ordensleute zum Opfer gefallen seien. »Insbesondere erinnern wir in diesem Zusammenhang an den emeritierten Erzbischof von Garoua, Yves Plumey, der 1991 in Ngaoundéré ermordet wurde, an Pfarrer Joseph Mbassi, der 1988 in Jaunde tot aufgefunden wurde, Pfarrer Antony Fontegh, 1990 in Kumbo getötet, an die 1992 in Djoum getöteten Schwestern und an Pfarrer Engelbert Mveng, getötet in Jaunde 1995«, heißt es in der Verlautbarung. Erst drei Wochen vor Bischof Balla war einer seiner engsten Mitarbeiter, der Rektor des Kleinen Seminars von Bafia, Armel Djama, tot in seinem Zimmer aufgefunden worden. Die Bischöfe forderten »die vollständige Aufklärung der Umstände und Motive des Mordes an Bischof Balla und die Identifizierung der Schuldigen und deren Verurteilung nach dem Gesetz«. Der Staat solle »die höchste Verantwortung für den Schutz des Menschenlebens« übernehmen, Medien und soziale Netzwerke sollten auf die Verbreitung von Lügen verzichten und die Würde der Menschen respektieren. Abschließend appellierten die Bischöfe an die Mörder von Bischof Balla und baten um dringende und radikale Umkehr.

Lokale Medien berichteten, dass bei ersten Untersuchungen des Leichnams Gewalteinwirkungen festgestellt worden seien, die eine gewaltsame Tötung zu bestätigen schienen. Am 4. Juli 2017 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass die Obduktion, die von zwei Rechtsmedizinern durchgeführt wurde, die aus dem Ausland angereist waren, abgeschlossen sei. Demnach stehe fest, dass an der Leiche des Bischofs keine Spuren von Gewalteinwirkung gefunden wurden und deshalb »Ertrinken als Ursache des Todes wahrscheinlich ist«. Die Bischöfe wollen nun eine weitere Untersuchung des Leichnams erreichen. Der Länderreferent des Hilfswerks Misereor, Frank Wiegandt, sagte der Katholischen Nachrichtenagentur, der ganze Vorgang werfe »ein bezeichnendes Licht auf die angespannte Lage in Kamerun«. Der seit 1982 amtierende Präsident Paul Biya habe das Land »heruntergewirtschaftet «. Im Norden terrorisierten die Islamisten von Boko Haram die Bevölkerung, im Westen beklagten die englischsprachigen Provinzen immer offener Diskriminierungen durch die französischsprachige Mehrheit, und jetzt machten die Bischöfe eine weitere Front auf. Damit stellten sie sich gegen die Behörden und letzten Endes auch gegen Biya, was sie bislang vermieden hatten.

Ausgabe 5/2017

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