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MALI

Übergriffe auf christliche Gemeinden

Der zentrale Markt in der Stadt Mopti im Zentrum Malis. In der Diözese Mopti gab es in jüngster Zeit erstmals Übergriffe islamistischer Gruppen auf christliche Gemeinden.
FOTO: ARENSOND/WIKIMEDIA COMMONS

Islamistische Bedrohung erreicht bislang ruhige Regionen

Der Generalsekretär der Bischofskonferenz von Mali, Edmond Dembélé, hat zunehmende Übergriffe auf christliche Gemeinden im Zentrum des Landes beklagt. Anfang Oktober 2017 äußerte er sich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Fides: »Dschihadisten haben begonnen, christliche Gemeinden unter Beschuss zu nehmen. Diese Entwicklung ist besorgniserregend.« Er berichtete, dass in der Diözese Mopti, im nördlichen Zentrum des Landes, mindestens drei Gemeinden von Dschihadisten kontrolliert würden. »Sie verbieten den Gläubigen das Gebet und das Läuten der Glocken und verwüsten Kircheneinrichtungen und sakrale Gegenstände.« Im Dorf Dobara seien bewaffnete Männer in die Kirche eingedrungen, hätten Kreuze, Bilder und Marienstatuen mit auf den Vorplatz getragen und dort verbrannt. »Zuvor wurden im Dorf Bodwal Christen aus der Kirche vertrieben, wobei bewaffnete Männer ihnen mit dem Tod drohten, sollten sie noch einmal in der Kirche beten.«

»Bisher war Mopti nicht besonders von Übergriffen dschihadistischer Gruppen betroffen, die hier jedoch seit einiger Zeit präsent sind. Was besorgniserregend ist, ist die Tatsache, dass diese Kämpfer es bisher nicht auf Christen abgesehen hatten. Seit einigen Monaten hat sich das geändert und aus diesem Grund geben wir nun Alarm«, so der Generalsekretär der Bischofskonferenz weiter. Es handle sich um ein Gebiet an der Grenze zu Burkina Faso, das von Dschihadisten seit einiger Zeit angegriffen werde. Auch im Süden Malis, wo es bisher kaum zu Gewalt kam, sind immer mehr dschihadistische Gruppen aktiv.

Ein Beleg dafür ist die Entführung der Missionsschwester Gloria Cecilia Narváez Argoti im Februar 2017 in Karangasso. »Karangasso ist eine Region, an der Dschihadisten bis jetzt kaum Interesse gezeigt haben«, so Dembélé. Leider sei nicht bekannt, wo sich Schwester Cecilia aufhalte: »Wir haben keinen Kontakt zu den Entführern.« Die Situation in Mali bleibt instabil, seitdem französische Truppen dschihadistische Gruppen aus den von ihnen Anfang 2012 besetzten Gebieten im Norden des Landes vertrieben haben.

Ausgabe 1/2018

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