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NEPAL

Antikonversionsgesetz in Kraft getreten

Eine Frau mit ihrem Kind in den Straßen der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu nach dem schweren Erdbeben im April 2015. Bei der größten Katastrophe in der Geschichte Nepals starben knapp 8.800 Menschen, rund 22.300 wurden verletzt. In Sachen Religionsfreiheit macht das Land derzeit Rückschritte.
FOTO: DVIDSHUB/WIKIMEDIA COMMONS

Christen tragen weiter zum Aufbau einer friedlichen Gesellschaft bei

In Nepal ist ein Antikonversionsgesetz in Kraft getreten, das die Religionsfreiheit einschränkt und eine religiöse Konversion zum Verbrechen macht. Trotz dieses Gesetzes würden die Christen auch künftig zum Aufbau einer gesunden, friedlichen und harmonischen Gesellschaft beitragen, sagte der aus Kanada stammende Jesuit Bill Robins, der seit vielen Jahren in Nepal tätig ist, gegenüber der Nachrichtenagentur Fides. Der Jesuit sieht die jüngste Entwicklung in dem Himalaya- Staat in einem größeren Zusammenhang: »Das Christentum wird sich in Südasien immer mit Herausforderungen konfrontiert sehen, denn es wird immer Menschen geben, die religiöse Verschiedenheit nicht akzeptieren. Christliche Gemeinden werden sich weiter furchtlos zu ihrem Glauben bekennen und offen vom Evangelium Zeugnis ablegen. Wir müssen uns weder verstecken noch kämpfen.« Den Herausforderungen hält Robins die christlichen Tugenden entgegen: »Wir müssen das Grundrecht auf Religionsfreiheit fördern. Und wir sind berufen, selbstlos zu vergeben und jedem, der sich in Schwierigkeiten befindet, so gut zu helfen, wie wir können, egal ob Freund oder Feind.«

Von den rund 29 Millionen Einwohnern Nepals sind etwa 1,4 Prozent Christen. Diese Minderheit sieht sich oft mit Gefahren oder Bedrohungen konfrontiert. Viele Gläubige betrachten den Beschluss der Regierung, das neue »Antikonversionsgesetz « zu billigen, als Rückschritt, da es die Meinungs- und Religionsfreiheit einschränkt. Das Gesetz garantiert den konstitutionellen Schutz des Hinduismus, zu dem sich 80 Prozent der Bevölkerung bekennen. Das neue Gesetz verbietet religiöse Konversionen und »die Beleidigung des religiösen Empfindens und Blasphemie« und belegt die Vergehen mit Haft- und Geldstrafen. Erst vor zehn Jahren wurde in Nepal die Monarchie abgeschafft und die Republik ausgerufen. 2010 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, in der es in Artikel 26 heißt: »Niemand darf eine andere Person zur Konversion von einer Religion zu einer anderen bewegen oder die Religion der anderen beeinträchtigen oder kompromittieren; diese Handlungen und Aktivitäten werden vom Gesetz bestraft.«

Ausgabe 1/2018

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