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LATEINAMERIKA

Global Peace Index sieht positive Signale in Lateinamerika

Soldaten auf einem Platz im armen Süden der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Laut dem Global Peace Index 2017 hat sich die Friedenssituation in Lateinamerika verbessert, nicht zuletzt durch den
Friedensschluss in Kolumbien.
FOTO: JüRGEN ESCHER/ADVENIAT

Kolumbien gehört weiterhin zu den unsicheren Ländern

Der Global Peace Index 2017 enthält gute Nachrichten für den Süden des amerikanischen Kontinents: »Obwohl die Sicherheit in Lateinamerika weiterhin prekär ist, beginnen wir die ersten positiven Zeichen zu sehen, was den Frieden anbelangt.« Der Index wird vom Institut für Wirtschaft und Frieden (Institute for Economics and Peace, IEP) mit Sitz in New York herausgegeben und untersucht jedes Jahr die Entwicklung des Friedens in aller Welt. In diesem Jahr wurde die Situation in weltweit 163 Ländern untersucht. In sechs von insgesamt neun untersuchten Weltregionen hat sich die Lage verbessert, darunter auch Südamerika, das an vierter Stelle steht. Von den acht lateinamerikanischen Ländern, in denen sich die Lage verbessert hat, steht Chile an erster Stelle, gefolgt von Costa Rica und Uruguay.

Anders sieht die Lage in Kolumbien aus, das zu den am wenigsten sicheren Ländern in Lateinamerika gehört und auf der Weltliste auf Platz 146 steht, hinter Venezuela (143) und Mexiko (142). Dabei erinnert der Bericht daran, dass der Waffenstillstand und der Friedensprozess zwischen der Regierung und der FARC in Kolumbien zur Verbesserung der Lage beigetragen haben, vor allem was die Bekämpfung des Terrorismus und die Zahl der Toten bei internen Konflikten anbelangt. Trotzdem steht das Land auf einem der letzten Plätze in der Weltrangliste, weil es noch viele andere Fronten gibt, wie zum Beispiel die Existenz anderer bewaffneter Gruppen, Drogenhandel und Vermisste. Die Verbesserung der Lage in Kolumbien trug unterdessen auch zur Verbesserung der Situation in den Nachbarländern bei, darunter auch Ecuador.

In Venezuela hat sich die Instabilität infolge der Spannungen zwischen Regierung und Opposition hingegen zugespitzt; hinzu kommt eine schwere wirtschaftliche und soziale Krise. Die von der venezolanischen Regierung veranlassten Einschränkungen führten zudem im Jahr 2017 zu einem Anstieg der sozialen Gewalt und gewaltsamen Protesten. Mexiko leidet nicht nur unter zahlreichen internen Problemen wie der weit verbreiteten Kriminalität, sondern auch unter der Präsidentschaft von Donald Trump in den Vereinigten Staaten, die sich auf die Beziehungen zu den angrenzenden Staaten auswirkt. Für eine Verbesserung der Position auf der Skala des Global Peace Index ist es nicht zuletzt von Bedeutung, dass die Politiker der jeweiligen Länder unter anderem die Worte von Papst Franziskus befolgen. Der Papst betonte bei seinem Besuch in Kolumbien, dass zu den Voraussetzungen für einen stabilen und dauerhaften Frieden vor allem »Schritte in Richtung Gemeinwohl, Gleichberechtigung, Gerechtigkeit und Respekt« gehören.

Ausgabe 1/2018

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