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Kirche verurteilt Gewalt gegen Demonstranten

Sicherheitsmaßnahmen vor der St. Joseph's Cathedral im pakistanischen Rawalpindi. Christliche Kirchen sind immer wieder Ziele von Anschlägen. Im Dezember 2017 traf es die Bethel Memorial Methodist Church in Quetta.
FOTO: HARTMUT SCHWARZBACH

Präsident Kabila geht auf Konfrontationskurs mit der Kirche

Am 31. Dezember 2017 sind bei friedlichen Protesten in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa mehrere Menschen getötet worden. Der Kongo wird seit Monaten von einer schweren politischen Krise erschüttert. Präsident Joseph Kabila will seinen Platz nicht räumen, obwohl er gemäß Verfassung nach zwei Amtszeiten längst hätte zurücktreten müssen. Die Bischöfe hatten wiederholt zu Neuwahlen und friedlichen Protesten, darunter auch zu den Kundgebungen vom 31. Dezember, aufgerufen.

Wie das Nachrichtenportal Vaticannews berichtet, zählte Kinshasas Kardinal Laurent Monsengwo in einer Erklärung Anfang Januar 2018 die Verfehlungen der Militärs auf: Sie hätten auf friedliche Demonstranten geschossen und diese mit Tränengas attackiert, Priester und Gläubige verhaftet, Menschen gehindert, an Messen teilzunehmen, und bei Durchsuchungen Geld und persönliche Gegenstände entwendet. Das Klima im Land gleiche aktuell einem »Wiederaufleben der Angst, Unsicherheit und sogar Panik«, so Monsengwo. Angesichts der gespannten Lage rief er zu Weisheit, Zurückhaltung und Faktentreue auf: »Es ist Zeit, dass die Wahrheit über die systematischen Lügen obsiegt« und dass »Frieden und Gerechtigkeit« im Land Einzug halten.

Bei Kundgebungen am 21. Januar 2018 kam es erneut zu gewaltsamen Ausschreitungen, nachdem die Polizei die von der katholischen Laienbewegung Comité Laïc de Coordination (CLC) organisierten Demonstrationen unterdrückt hatte. Die Regierung habe die Veranstalter der Kundgebung für die Gewalt verantwortlich gemacht, so ein Beobachter aus Kreisen der katholischen Kirche gegenüber der Nachrichtenagentur Fides: »Katholische Laien führen heute die Proteste gegen Kabila an.« Trotz der Unterdrückung der Demonstrationen wollten die katholischen Laien nicht aufgeben und »weitere Protestkundgebungen organisieren «. Inzwischen sei ganz klar der Eindruck entstanden, dass die Machthaber auf ihre Macht nicht verzichten wollten. »Die Kundgebungen sind daher die einzige Form des – wenn auch schwachen – Protestes, um weiterhin Druck auszuüben in der Hoffnung, dass sich etwas ändert«, so der Beobachter abschließend.

Die Apostolische Nuntiatur in Kinshasa bestätigte in einer Pressemitteilung, dass die Polizei bei ihrem Vorgehen gegen Demonstranten in der Hauptstadt Kinshasa und in den Städten Kisangani (Nordosten), Goma und Bukavu (Nord- und Süd-Kivu, im Osten), Lubumbashi (Süd-Ost) und Mbuji-Mayi (Zentrum) scharfe Munition benutzt habe. In der Mitteilung wird beklagt, dass die Polizei Kirchen umzingelt habe und dabei Tränengas und scharfe Munition zum Einsatz kamen.

Ausgabe 2/2018

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