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BURKINA FASO

Reichweite des Senders »Radio Notre Dame du Sahel« wird ausgeweitet

Eselskarren in der Stadt Bourzanga in der Sahelzone in Burkina Faso. Die Diözese Ouahigouya will den Radiosender »Notre Dame du Sahel« ausbauen, um die Glaubensverbreitung in den ländlichen Gebieten zu fördern.
FOTO: HARTMUT SCHWARZBACH

Radio ist wichtiges Medium für die Verkündigung in ländlichen Gebieten

In Burkina Faso, einem Land, in dem die mündliche Kommunikation noch eine große Rolle spielt und gleichzeitig viele Menschen Analphabeten sind, ist Radio das beste Mittel, um mit weiten Teilen der Bevölkerung zu kommunizieren, insbesondere mit Menschen, die in ländlichen Gebieten leben. Aus diesem Grund hat die Diözese Ouahigouya im Norden Burkina Fasos beschlossen, die Reichweite des Senders »Radio Notre Dame du Sahel« auszuweiten. Dies soll in Zusammenarbeit mit der Jesuitenprovinz Westafrika geschehen.

Der Sender »Notre Dame du Sahel« wurde am 1. November 1997 gegründet. Damals entschied die Diözese, ein neues Kommunikationsinstrument zu schaffen, um das Evangelium zu verkünden und Glaubensbildung zu vermitteln. »Der Radiosender«, so Pfarrer Victor Ouedraogo, Leiter des Diözesanen Zentrums für Kommunikation, gegenüber der Nachrichtenagentur Fides, »übermittelt täglich eine heilige Messe für diejenigen, die nicht die Möglichkeit haben, eine Kirche zu besuchen. Christen sollen Wissen über die Bibel, die Soziallehre der Kirche, die Katechese und das Gebet erhalten«.

Das Radio soll auch Mitglieder verschiedener ethnischer Herkunft und Glaubenszugehörigkeit miteinander in Verbindung bringen. »Durch das Radio«, so der Geistliche weiter, »wird eine Verbindung zwischen den Bevölkerungsgruppen hergestellt, damit sie sich als Mitglieder der gleichen Familie empfinden, unabhängig von ihrer religiösen oder kulturellen Zugehörigkeit.« Dies ist in einer Region wie der Sahelzone, die in den letzten Jahren durch islamistischen Terror erschüttert wurde, ein besonders wichtiger Aspekt. »In unserer Region«, so Ouedraogo, »sind etwa 80 Prozent der Bevölkerung Muslime, nur acht Prozent sind Katholiken. Die Pflege guter Beziehungen ist hier eine alltägliche Sache. Wir arbeiten auch dafür, dass unter den Bürgern ein Bewusstsein für die Kultur der Demokratie entsteht, sowie für den Schutz der Menschenrechte, insbesondere für Frauen und Kinder, die oft Opfer von Missbrauch werden. Wir streben eine Kultur des Respekts in einem Land an, das nach Jahren der Diktatur versucht, eine demokratische Struktur aufzubauen.«

Im Laufe der Zeit ist Radio »Notre Dame du Sahel« stetig gewachsen. Heute hat der Sender 15 Mitarbeiter, darunter Muslime, Christen (Katholiken und Protestanten) und Animisten. Allerdings kann das Radio bisher nur in sechs der insgesamt zwölf Pfarreien empfangen werden. Nun soll die Sendefrequenz auf das gesamte Territorium bis an die Grenze zu Mali und darüber hinaus ausgedehnt werden. Dafür bat die Diözese die westafrikanische Jesuitenprovinz um Unterstützung, die über Erfahrungen im Medienmanagement verfügt. »Neben dem Radio«, so Ouedraogo, »sollen weitere Kommunikationskanäle geschaffen und soziale Netzwerke genutzt werden, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Unser Ziel ist es, ein Multimedia- Zentrum zu schaffen, das Menschen unterschiedliche Fortbildungskurse anbieten kann.«

Ausgabe 3/2018

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