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SRI LANKA

Gewalttätige Konflikte zwischen Buddhisten und Muslimen

Buddha-Statue in einem kleinen Laden in Sri Lanka. Anfang März 2018 kam es in dem asiatischen Inselstaat zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Buddhisten und Muslimen.
FOTO: STEFAN VOGES

Nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg überwiegt der Wunsch nach Frieden

Nach einer Welle religiös motivierter Gewalt Anfang März 2018 hat sich die Lage in Sri Lanka wieder beruhigt. Das sagte der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke, Basil Fernand, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Fides. »In Kandy gibt es keine weiteren Episoden der interreligiösen Gewalt. Die Situation hat sich beruhigt, und wie wir alle gehofft hatten, gab es im Tourismus einen Aufschwung. Wir haben versucht, ein soziales Gefüge entstehen zu lassen, das auf den Werten der Harmonie und der Toleranz, des Friedens und der Versöhnung basiert, insbesondere auch in den Beziehungen zwischen Buddhisten und Muslimen. In diesem Prozess war und ist der Beitrag der Religionsvertreter entscheidend, damit das Volk erreicht wird. Christen leisten aktiv Hilfe, um die Dialogbereitschaft zu fördern und zu einer Atmosphäre des Friedens beizutragen. Es geht um einen Dialog des Lebens, um den Austausch von Erfahrungen, damit der Horizont des Gemeinwohls des Landes gesehen wird.« Anfang März 2018 hatte es Ausschreitungen gegen Moscheen sowie gegen Geschäfts- und Wohnhäuser von Muslimen gegeben. Die Regierung hatte für zehn Tage den Notstand ausgerufen, um Sicherheit und Ordnung wiederherzustellen.

»Die Gewalt der letzten Wochen hat uns sehr schockiert«, so Fernand im Gespräch mit Fides weiter. »Jeder religiöse Glaube birgt auch eine extremistische Tendenz, und hier gilt dies auch für den Buddhismus. Wir leben unter einer großen buddhistischen Mehrheit; einige Teile, selbst buddhistische Mönche, schüren Gewalt, aber die große Mehrheit der sri-lankischen Bevölkerung lehnt jede Form neuer Gewalt ab. Wir haben 30 Jahre lang einen schmerzhaften Bürgerkrieg erlebt, der mehrere Generationen geprägt hat; heute ist der Wunsch nach Frieden, Harmonie, Wohlstand und nach dem Aufbau eines freien, gewaltlosen und wohlhabenden Landes spürbar.«

Vertreter aller religiösen Konfessionen hätten in der heiklen Situation sehr klare Aussagen und Botschaften verbreitet, so Fernand, »die jede Form von Aggression, Gewalt und Rache bedauern, die im Namen Gottes oder mit angeblich religiösen Hintergründen begangen wurde. Wir wollen vermeiden, in jene Spirale des Hasses zurückzufallen, die wir jahrelang erlebt haben, unter der die Bevölkerung so sehr leiden musste und die Tausende von Opfern forderte«.

Ausgabe 3/2018

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