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KOLUMBIEN

Fortschritte bei der Begleitung des Friedensprozesses

Geht es vorwärts im Versöhnungsprozess? Die Frage scheint der Kolumbianerin, die ihren Kopf in die Landesflagge gehüllt hat, ins Gesicht geschrieben.
FOTO: KNA-BILD

Kirche unterstützt Umsetzung des Friedensabkommens

Die Kirche in Kolumbien engagiert sich im Versöhnungsprozess nach dem Friedensabkommen mit den FARC-Guerillas und dem Waffenstillstand mit der Rebellenbewegung »Nationale Befreiungsarmee « (ELN). Beim Fünften Nationalen Treffen der pastoralen Mitarbeiter für Versöhnung und Frieden in den Ausbildungs- und Integrationscamps (ETCR) sowie beim Zweiten Runden Tisch für Diözesanausschüsse, die den Friedensprozess mit der ELN begleiten, wurde eine Bestandsaufnahme zur Friedensarbeit vorgenommen.

In den ETCR-Camps soll die Eingliederung ehemaliger Guerillakämpfer in das zivile Leben gefördert werden. »Seelsorger sind besonders wichtig«, sagt Pater Darío Echeverri, Missionar der Claretiner und Generalsekretär der Nationalen Schlichtungskommission (CCN) der kolumbianischen Bischofskonferenz. Gegenüber der Nachrichtenagentur Fides betont er, dass Seelsorger »meist das Vertrauen der ehemaligen Guerillakämpfer genießen«. Im Allgemeinen werde in den Gebieten der FARC die moralische Autorität der Kirche anerkannt. Die Bevölkerung sei jedoch weiterhin besorgt im Blick auf die künftige Entwicklung der ehemaligen Rebellen. Rund 70 Prozent von ihnen hätten die ETCR-Camps bereits verlassen, erklärt Echeverri, der das Phänomen auf zu spätes Handeln von Seiten des Staates zurückführt: »Die Regierung hat ihren Teil nicht getan, um die ehemaligen Kämpfer bei der Suche nach Möglichkeiten für die Zukunft zu unterstützen. Deshalb wird nun Angst unter den Menschen spürbar. Aus diesem Grund ist die pastorale Arbeit, die stattfindet, von entscheidender Bedeutung, denn sie kann verhindern, dass ehemalige Mitglieder der FARC in die Reihen anderer Rebellengruppen oder krimineller Banden geraten.«

Es gäbe beunruhigende aktuelle Entwicklungen, hob auch Erzbischof Luis Augusto Castro Quiroga in Anwesenheit des kolumbianischen Regierungspräsidenten und Friedensnobelpreisträgers Juan Manuel Santos auf einem Podium des Katholikentags in Münster hervor, bei denen der Staat gefragt sei: die fehlende Umsetzung eines Gesetzes zur Landverteilung, die Ermordung von Menschenrechtlern und die fehlende Investition in rurale und besonders betroffene Regionen.

Ausgabe 04/2018

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