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Neue Wege schaffen

Kleine Christliche Jugendgemeinschaften in Kenia

von ALLOYS NYAKUNDI

Das Modell der Kleinen Christlichen Gemeinschaften prägt die pastorale Wirklichkeit in Kenia seit den 1970er Jahren. Viele Errungenschaften wie die Partizipation von Laien, die Rückbesinnung auf die Taufwürde aller Gläubigen sowie karitatives und politisches nachbarschaftliches Engagement werden mit dem Modell verbunden. Doch die Verantwortlichen müssen heute auch mit vielen Herausforderungen umgehen, etwa mit der Frage, warum junge Menschen häufig fernbleiben.

Nicht nur bei der Bibellektüre und in Gesprächen setzen sich die Jugendlichen mit dem Evangelium auseinander. An Karfreitag spielten sie die Passion Christi nach.
FOTO: COLLINS ONGOMA

In den 1970er Jahren diskutierten die katholischen Bischöfe der ostafrikanischen Länder, wie sich die Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils umsetzen lassen und eine Ortskirche mit authentischer afrikanischer Prägung aufgebaut werden kann. Ausgehend von den Erfahrungen anderer Kirchen und einem Modellversuch in der Pfarrgemeinde St. Charles Lwanga in der Erzdiözese Lusaka in Sambia setzten sich die Bischöfe auf mehreren Treffen mit dieser Frage auseinander. Auf dem Treffen der AMECEA (Association of Member Episcopal Conferences in Eastern Africa), der Vereinigung der ostafrikanischen katholischen Bischofskonferenzen, im Jahr 1976 zog man folgendes Fazit: »Die systematische Bildung Kleiner Christlicher Gemeinschaften muss für Ostafrika in den kommenden Jahren die höchste pastorale Priorität sein«.

Heute sind Kleine Christliche Gemeinschaften – auf Englisch Small Christian Communities (SCCs) oder auf Suaheli jumuiyas – im kenianischen Kontext in den meisten Pfarrgemeinden etabliert. Eine SCC ist ein kleiner Zusammenschluss Gläubiger auf Gemeinde-, Schuloder Online-Ebene, deren Mitglieder einmal pro Woche zusammenkommen, um das Evangelium des kommenden Sonntags zu lesen und es zu ihren Alltagserfahrungen in Beziehung zu setzen. Die SCCs stellen ein pastorales Modell von Kirche dar, demzufolge die Gemeinde eine Gemeinschaft von Gemeinschaften und ein Instrument der Evangelisierung ist. In den letzten Jahren hatte dieses pastorale Modell große Erfolge, allerdings auch einige Rückschläge zu verzeichnen. Vieles hängt vom Willen der Teilnehmenden ab, sich einzubringen und gemeinsam mit anderen Gläubigen einen Weg des Glaubens zu gehen. In den meisten SCCs ist zu beobachten, dass Erwachsene und unter ihnen wiederum die Frauen die Mehrheit der Mitglieder ausmachen. Männer und junge Menschen fehlen in den SCCs meist. Angesichts der Tatsache, dass jüngere Menschen die Bevölkerungsmehrheit stellen, verwundert dies ein wenig. Wo sind die jungen Menschen? Warum sind sie nicht in ihrer jumuiya?

Auf einem Workshop im vergangenen Jahr im zentralkenianischen Meru tauschten die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Erfahrungen mit SCCs aus: Gemeinsamer Tenor war, dass die Aktivitäten der SCCs nicht attraktiv seien, weil man es dort nur mit Älteren zu tun habe. Zudem seien die Veranstaltungen eher langweilig und das Verhalten der Erwachsenen schrecke ab. Mit anderen Worten: Den SCCs in ihrer gegenwärtigen Form können junge Leute nur wenig abgewinnen und die Aktivitäten der SCCs haben für sie anscheinend keine positive Bedeutung.

Das Small Christian Communities Training Team, das von der Pastoralkommission der AMECEA koordiniert wird, wollte jungen Menschen jedoch die Möglichkeit geben, andere Erfahrungen in SCCs zu machen. Im Rahmen von Workshops und mithilfe weiterer Angebote unterstützt es junge Katholikinnen und Katholiken in Nairobi und den Nachbardiözesen dabei, Young People Small Christian Communities (YPSCCs) zu gründen. YPSCCs sind kleinere Jugendgruppen, deren Mitglieder sich von der Uni, der Schule oder aus der Gemeinde kennen oder sich online organisieren. Sie kommen einmal pro Woche zusammen, um das Evangelium des kommenden Sonntags zu lesen und Parallelen zu ihren Alltagserfahrungen zu ziehen. YPSCCs folgen dem Ruf von Papst Franziskus, sich mit Worten und Taten für die Ärmsten und Bedürftigsten einzusetzen. Konkret ruft Papst Franziskus die Mitglieder von SCCs auf, hinauszugehen zu den »Ausgegrenzten und denen, die am Rande der Gesellschaft leben«. Als engagierte junge Menschen haben wir beschlossen, den Weg zu bereiten, indem wir ihn gehen – weil wir alle jungen Menschen erreichen und sie ermutigen wollen, sich zusammenzutun und die Freude des Evangeliums zu teilen.

Bisher waren die Erfahrungen mit den YPSCCs positiv. Um den jeweiligen Bedürfnissen vor Ort gerecht zu werden, fand auch eine Differenzierung des Angebots statt. Nachstehend möchte ich drei verschiedene Wege schildern, die von den YPSCCs in Kenia entwickelt wurden.

YPSCCs an der Kenyatta-Universität

Mit ihren mehr als 70.000 Studentinnen und Studenten ist die Kenyatta-Universität in Nairobi eine der größten akademischen Einrichtungen in Kenia. Unter den Studierenden gibt es viele praktizierende Katholikinnen und Katholiken. Auf dem Hauptcampus gibt es neun YPSCCs unter studentischer Leitung. Eine der neun YPSCCs, die sich den Namen St. Augustine gegeben hat, wurde speziell für Uni-Mitarbeiterinnen und Uni- Mitarbeiter gegründet. Die anderen acht sind typische campusbasierte YPSCCs. Jede YPSCC ist einem Heiligen gewidmet: Dominikus, Patrick, Franziskus, Katharina von Siena, Michael, Augustinus, Anna, Perpetua und Felicitas sowie dem seligen Kardinal Otunga. Alle Gemeinschaften kommen an einem Abend der Woche zusammen, und zwar in Hörsälen, die zu Beginn des Semesters für diesen Zweck reserviert werden. In St. Dominic treffen sich Studierende, die außerhalb des Campus wohnen. St. Patrick und St. Ann sind angesiedelt am Campus Ruiru, einer Außenstelle der Kenyatta-Universität im Umland von Nairobi. Die YPSCC Kardinal Otunga ist eine SCC für ehemalige Absolventinnen und Absolventen.

Diese YPSCCs gliedern sich ihrerseits in kleinere Gruppen mit jeweils 15 bis 20 Mitgliedern, die »Familien « genannt werden. Die Gemeinschaft des Hl. Dominikus umfasst beispielsweise vier Familien: St. Jude, St. Patrick, St. John und St. Maria Goretti. St. Patrick trifft sich montagabends, St. John jeweils donnerstagabends sowie St. Jude und St. Maria Goretti immer am Sonntagabend. In der Familie finden die YPSCC-Mitglieder einen vertrauten Ort, an dem sie sich über das Evangelium des nächsten Sonntags austauschen können. Diese Familientreffen bieten auch Gelegenheit, über Probleme der Studentinnen und Studenten zu sprechen und eine Lösung zu finden. Wie zu erwarten drehen sich diese Probleme um den Alltag der jungen Menschen. Sie wollen über Partnersuche, Beziehungen und Sex sprechen, denn das Campusleben liefert häufig andere Antworten auf diese Fragen als unser Glaube. Man muss sich auf die Lehre des Evangeliums und der Kirche besinnen, um mit dem eigenen Leben ein Zeugnis abzugeben. Auch die Frage der beruflichen Möglichkeiten wird oft gestellt. Die meisten Studierenden erwartet nach Abschluss ihres Studiums die Arbeitslosigkeit. YPSCC-Mitglieder tauschen sich häufig über Berufschancen und Einkommensquellen aus.

Außerdem kommen bei den wöchentlichen Treffen folgende Themen zur Sprache: Gerechtigkeit und Frieden, die Versuchung, die Freizeit mit Glücksspiel zu verbringen, Verschwendung von Zeit und Geld (was auf dem Campus gang und gäbe ist), Diskussionen über soziale Medien, Musik und Mode.

Bei Festvorbereitungen packen alle mit an. Gemeinsam zu kochen macht den Jugendlichen Spaß. Hierbei entstehen Gespräche über »Gott und die Welt«.
FOTO: COLLINS ONGOMA

Aktivitäten, Herausforderungen und Aussichten

Die YPSCCs an der Kenyatta-Universität organisieren im Verlauf des Semesters verschiedene gemeinnützige Aktionen, um die Bindungen zu anderen YPSCC-Mitgliedern und Universitätsstudierenden zu stärken: Wohltätigkeitsarbeit wie Hausbesuche bei Kindern, Gefangenenbetreuung, Krankenbesuche in Krankenhäusern und Betreuung von Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Die Mitglieder von St. Dominic waschen regelmäßig Wäsche im House of Mercy Children’s Home in Nairobi. Zudem helfen die Studentinnen und Studenten bei der Liturgie. Jede YPSCC erhält einmal pro Semester die Gelegenheit, die Messe mit Tänzen zu begleiten, die Andachten für die Gläubigen vorzubereiten und die Kapelle für Feiern herzurichten. Alle YPSCCs organisieren Hilfsbesuche bei Freundinnen und Freunden, die Probleme haben. Ist jemand krank, sehen YPSCC-Mitglieder im Auftrag der Gemeinschaft nach ihm oder ihr. Wenn möglich, wird eine kleine Spende geleistet. Kann ein Mitglied seine Schulgebühren nicht bezahlen, wird eine Spendenaktion organisiert. Auch wurden Mitstudentinnen und Mitstudenten dabei unterstützt, ihre Miete und ihr Essen zu bezahlen.

Weil sich das Leben nicht nur um spirituelle Dinge und die Nächstenliebe drehen kann, organisieren unsere Mitglieder auch soziale Events. Besonders beliebt ist die Semester-Abschlussparty. Sie ist ein Versuch, die Monotonie des Campuslebens zu durchbrechen. Jedes Semester organisieren die YPSCCs Veranstaltungen wie Tanzabende, Fußballturniere oder gemeinsame Essen, bei denen der Spaß im Vordergrund steht. Studierende unterscheiden sich nicht von anderen Jugendlichen. Die meisten sind über soziale Medien vernetzt. YPSCCs versuchen deshalb, das Evangelium über soziale Medien zu verbreiten. Tägliche Lesungen werden über verschiedene Apps ausgetauscht. Es gibt Facebook- Seiten und jede YPSCC hat ihren eigenen WhatsApp- Account, um mit anderen in Kontakt zu bleiben. All diese Aktivitäten werden in erster Linie aus den Beiträgen der Mitglieder finanziert.

YPSCCs sind auch mit Herausforderungen konfrontiert. Das von den SCCs verkörperte Modell von Kirche ermöglicht nicht immer eine fruchtbare Zusammenarbeit mit anderen christlichen – und katholischen – Gruppen. Es gibt viele christliche Vereine auf dem Campus: Charismatiker, Evangelizers of theWord, Tanztruppen, Chöre, die Marianische Kongregation und viele weitere. Katholiken, die diesen Gruppen angehören, fühlen sich in diesen apostolischen Gruppen wohl; die Bedeutung der YPSCCs erschließt sich ihnen nicht. Andere katholische Studierende wollen keiner Gruppe oder Vereinigung angehören. Für sie sind die YPSCCs reine Zeitverschwendung. Sie wollen ihren Glauben lieber auf andere Weise praktizieren. Wieder andere kommen aus sehr armen Verhältnissen. In ihrer Freizeit müssen sie arbeiten, um ihre Gebühren, ihr Essen und ihre Unterkunft zu bezahlen. Für etwas anderes bleibt ihnen einfach keine Zeit – auch nicht für die Aktivitäten der YPSCCs.

Eine weitere Herausforderung liegt in der reinen Zahl der Mitglieder. Die YPSCCs an der Kenyatta-Universität haben klein begonnen. Mittlerweile haben einige von ihnen jedoch mehr als 100 Mitglieder. Diese in kleinere Gruppen aufzuteilen, um engere Beziehungen zu fördern, hat sich als schwierig erwiesen und scheiterte am Widerstand der Studierenden. Zum Teil wurde das Problem durch die Schaffung von »Familien « innerhalb der SCCs gelöst. Sie bewirken, dass sich die Mitglieder stärker persönlich einbringen.

Auch die Beziehungen zu protestantischen und evangelikalen Gruppen sind nicht immer harmonisch. Ein weiteres Problem ist die schlechte katechetische Vorbereitung unserer Mitglieder. Einige werden von den Lehren anderer Kirchen angezogen und zweifeln am eigenen Glauben. Das wirft die Frage der ständigen Fortbildung der Jugendlichen auf, vor allem im Hinblick auf die Bibel und die grundlegenden Glaubenslehren. Einen Lösungsansatz liefern die Evangelizers of the Word. Dabei handelt es sich um eine Initiative der Universitätsseelsorge der Kenyatta-Universität, die katholische Studierende in ihrem Glauben unterweisen soll.

Alles in allem waren die Erfahrungen mit YPSCCs an der Kenyatta-Universität positiv. Die YPSCCs haben eine Lücke gefüllt und vielen Studentinnen und Studenten die Möglichkeit gegeben, ihre Spiritualität zu leben. Zudem vermitteln ihnen die YPSCCs ein Zugehörigkeitsgefühl, weil sie eine Art Familie bieten, die ihre Angehörigen unterstützt, ermutigt und begleitet.

Beim fun day treten die YPSCCs gegeneinander an, auch wenn sie sonst alle an einem Strang ziehen.
FOTO: COLLINS ONGOMA

YPSCCs in Pfarrgemeinden

Auch in Gemeinden gibt es YPSCCs. So existieren in Dandora, einem Stadtteil von Nairobi, beispielsweise sechs solcher Gemeinschaften. Die erste YPSCC – St. Banabakintu – wurde 1995 gegründet. Aufgrund des großen Zulaufs wurde sie später geteilt und es entstanden die YPSCC St. Kizito (1998) und St. Louis Gonzaga (1999). Später bildeten sich neue Gemeinschaften. Jede YPSCC hat im Schnitt 30 Mitglieder. Neben den regelmäßigen wöchentlichen Zusammenkünften gibt es einmal im Monat ein Treffen mit den Muttergemeinden, auf dem die Aktivitäten der kommenden Monate besprochen und geplant werden. Im Mittelpunkt der Treffen der YPSCCs stehen die Reflexion über das Evangelium des nächsten Sonntags und die Stärkung der gegenseitigen Beziehungen.

Die Erfahrungen mit Dandora zeigen, dass YPSCCs ein gutes Mittel sind, Zusammenhalt und friedliches Miteinander unter den Jugendlichen zu fördern. Zudem wird durch verschiedene gemeinsame Jugendaktivitäten der Teamgeist gestärkt. Und im Rahmen von Diskussionen, sportlichen Aktivitäten und Spielen werden Talente gefördert. Gute Dienste leisten YPSCCs auch bei der Vermittlung guter, positiver und ethischer Einstellungen. Damit fördern sie einen christlichen Lebenswandel und geben Zeugnis von den biblischen Lehren.

Von Dandora und vergleichbaren Gemeinden lernen wir, welche Rolle YPSCCs im täglichen pastoralen Leben unserer Pfarrgemeinden spielen können. YPSCCs sind Orte, an denen junge Menschen in ihrer eigenen Welt religiöse Erfahrungen machen. Außerdem erkennen sie dort ihre Bestimmung im Leben. In YPSCCs werden sie sich stets wohler fühlen – aufgrund der Sprache, der Herangehensweise an Probleme und der Nutzung sozialer Medien zur Klärung von Fragen, die für sie eine große Bedeutung haben.

Für das Gemeindeleben bilden YPSCCs definitiv eine Herausforderung. Junge Menschen sind eine wertvolle Ressource. Das darf jedoch nicht den Blick auf die Realität verstellen. Viele Pfarrgemeinden sind nicht für die Arbeit mit YPSCCs gerüstet. Gerade angesichts der wachsenden Zahl junger Eltern in den YPSCCs ist das besonders schmerzlich. Ihre Probleme und Fragen gehen über die anderer Jugendlicher hinaus. Zudem lässt sich innerhalb der YPSCCs ein zunehmendes Stammesdenken beobachten. Das ist unerfreulich, aber nicht zu leugnen, und man muss sich damit auseinandersetzen. Gegenwärtig erleben wir in Kenia ein Super-Wahljahr. Vor diesem Hintergrund wächst auch die politische Intoleranz. Zusammen mit der ethnischen Spaltung kann dies tiefe Gräben aufwerfen.

Bewegung in die Kirche bringen: Beim Gottesdienst darf mit dem ganzen Körper gebetet werden. Eine Form, die den jungen Leuten besonders zusagt.
FOTO: COLLINS ONGOMA

Fazit

Alle Kirchengruppen haben ihre Für und Wider. Es wäre falsch, die YPSCCs von jeglicher Kritik auszunehmen. Ohne die Augen vor offenkundigen Defiziten zu verschließen, lässt sich jedoch konstatieren, dass die Erfahrungen mit den YPSCCs positiv sind. Mit Sicherheit lässt sich sagen, dass die jungen Menschen, die diesen Weg gemeinsam gehen, das Gefühl haben, Kirche zu sein, und im Hinblick auf das Kirchenleben und das Fällen von Entscheidungen innerhalb ihrer Gemeinschaften verantwortungsbewusster handeln. Es ist offenkundig, dass die YPSCCs die zwischenmenschlichen Beziehungen stärken sowie die Akzeptanz von Gottes Wort und das Reflektieren über das eigene Leben und die Realität im Lichte des Evangeliums fördern. Damit werden die jungen Menschen zu aktiven Evangelisierern. Sie bringen andere junge Menschen dazu, die Bibel zu lesen, und eröffnen neue pastorale Wege, andere Jugendliche zu erreichen.

YPSCCs bieten Jugendlichen sichere Begegnungsräume, in denen sie sich über die Erfahrungen und Fragen des wirklichen Lebens austauschen können, die wichtig für ihre Entwicklung sind. So können sie beispielsweise über Sex, Beziehungen zwischen Jungen und Mädchen, Medien, Glücksspiel und Erwerbsmöglichkeiten sprechen – im Wissen darum, dass man nicht über sie urteilt, sondern ihnen Orientierung gibt. Die YPSCCs machen ihre Mitglieder zu verantwortungsbewussten Menschen, die bereit sind, Aufgaben zu übernehmen. In einer tief gespaltenen Gesellschaft sind YPSCCs letztlich auch Akteure der Versöhnung und zugleich Weg und Ort zur Versöhnung.

Die gegenwärtigen Erfahrungen mit YPSCCs zeigen, dass sie gute Instrumente zur Belebung des Kirchenlebens und der Evangelisierung sind. Wenn es mehr spezielle SCCs für Jugendliche gäbe, könnten wir deren Problemen – in Bezug auf Religion und Gesellschaft – mit Sicherheit besser Rechnung tragen und sie damit besser fördern. Das heißt, dass Pastoralämter in den Gemeinden und Diözesen im gesamten Land mehr Zeit investieren müssten, um diese Gemeinschaften zu etablieren. Einige Werkzeuge sind schon verfügbar (siehe beispielsweise die Informationen zu SCCs im Allgemeinen und YPSCCs im Speziellen auf der Website www.smallchristiancommunities.org und der Facebook- Seite www.facebook.com/www.smallchristiancom munities.org ). Weitere lassen sich entwickeln. Die Gründung von YPSCCs in allen Pfarrgemeinden könnte ein Versuch sein, das Leben der Jugendlichen und das Kirchenleben erfolgreich miteinander zu verknüpfen.

ALLOYS NYAKUNDI
aus Nairobi, Kenia, war Mitglied einer Young People Small Christian Community an der Kenyatta-Universität sowie des AMECEA Small Christian Communities Training Team. Er promoviert zum Thema Kleine Christliche Gemeinschaften im Fach Pastoraltheologie an der Loyola-Universität in Chicago, USA.

Aus dem Englischen übersetzt von Robert Bryce

Ausgabe 04/2018

Für die Kinder des House of Mery Children’s Home in Nairobi sind die Jugendlichen aus den YPSCCs Vorbilder. Die Studenten leben vor, dass Glaube lebendig ist und Gemeinschaft für alle wertvoll.
FOTO: COLLINS ONGOMA

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