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Gedenken an Massaker vor zehn Jahren

Auch zehn Jahre nach dem Massaker an christlichen Mitbürgern ist die Zerstörung im Ort Katingia noch deutlich zu sehen.
FOTO: LENA MONSHAUSEN

Opfer der Gewalt sollen »Märtyrer des Glaubens« werden

Zehn Jahre nach den Massakern an christlichen Minderheiten durch extremistische Hindus im indischen Bundesstaat Odisha haben Tausende Menschen in Gedenkveranstaltungen an die Opfer erinnert und das Scheitern des indischen Justizsystems beklagt. Im August 2008 kam es nach der Ermordung des hinduistischen Anführers Swami Laxmanananda, für die Christen zu Unrecht verantwortlich gemacht wurden, zu wochenlangen Verfolgungen der christlichen Minderheit. Mehr als 600 Dörfer wurden geplündert, mindestens 56.000 Menschen mussten fliehen, etwa 120 wurden ermordet. Bis heute sind die meisten Mörder auf freiem Fuß. »Der zehnte Jahrestag von Kandhamal sollte Gelegenheit sein, sich nicht nur an die Progrome zu erinnern, sondern sich zu verpflichten, alles dafür zu tun, damit es nie wieder passiert«, sagt der katholische Priester und Menschenrechtsaktivist Ajaya Kumar Singh, ein Augenzeuge der Tragödie von Odisha. »Wir appellieren heute an die demokratischen Kräfte mit der Bitte, die Verantwortung zu übernehmen, um die wachsende Welle der Gewalt, die von Kräften gefördert wird, die die Hindutva-Ideologie unterstützen, zu stoppen.« Der ehemalige Präsident des Verbandes der indischen katholischen Laien, John Dayal, wandte sich in einem Schreiben an Papst Franziskus mit der Bitte, die Opfer der Gewalt von der Kirche als Märtyrer des Glaubens anerkennen zu lassen. missio Aachen unterstützt mit der Petition #freeourhusbands sieben inhaftierte Christen, denen fälschlicherweise der Mord an Laxmanananda zur Last gelegt wird. Die Petition kann auf der missio-Homepage unterzeichnet werden.

Ausgabe 6/2018

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