RUANDA Sorge über neues Religionsgesetz corner

RUANDA

Sorge über neues Religionsgesetz

Kirchenschließungen und Kriterienkatalog für Geistliche

In Ruanda sorgt ein neues Religionsgesetz unter den Gläubigen für Sorge. Es verpflichtet religiöse Einrichtungen unter anderem zur Registrierung bei einer staatlichen Aufsichtsbehörde. Außerdem bestimmt es, dass Geistliche, die einer Gemeinde vorstehen, ein Theologiestudium absolviert haben und dass Spenden an religiöse Organisationen künftig über ein Konto bei einer inländischen Bank eingehen müssen. Während die Regierung den Schritt mit der Lösung von Sicherheits- und Ordnungsproblemen im Zusammenhang mit einem »Wildwuchs« an – großenteils pfingstkirchlichen – christlichen Gemeinden begründet, befürchten Gläubige, dass die Regierung mit dem Gesetz die Unterdrückung unerwünschter Gotteshäuser rechtfertige. Nach Angaben der regierungsnahen Agentur »Kigali Today Press« wurden seit Jahresbeginn mehr als 8000 christliche und muslimische Gotteshäuser unter Verweis auf Hygiene- und Sicherheitsstandards teils vorübergehend geschlossen. Etwa 14 Prozent seien nach Erfüllung der entsprechenden Standards wiedereröffnet worden. Kritik äußerte Pater Donald Zagore von der Gesellschaft der Afrikamissionen gegenüber dem vatikanischen Pressedienst Fides. Zwar gebe es durchaus »religiöse Betrüger«, die auf das Geld der Gläubigen aus seien, und christlicher Glaube werde teils mit dem traditionellen Glauben an Zauberei vermischt. Aber: »Kirchen schließen, Kriterien festlegen, wer Geistlicher werden darf – ist das wirklich die richtige Lösung?« Religion funktioniere anders als Parteien oder politische Vereinigungen.

Gratis-Ausgaben

Ich möchte Forum Weltkirche mit 2 Gratis-Ausgaben kennen lernen.

/ Bestellen bei HerderShop24