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PAKISTAN

Oberster Gerichtshof spricht Asia Bibi frei

Das Plakat zeigt ein Porträt von Asia Bibi und wurde auf einer Demonstration in Paris eingesetzt. Jetzt muss wieder um das Schicksal der Christin gebangt werden.
FOTO: KNA-BILD

Schicksal der Christin bleibt aber ungeklärt

Das Oberste Gericht Pakistans hat Ende Oktober 2018 die Christin Asia Bibi vom Vorwurf der Blasphemie freigesprochen und das Todesurteil aufgehoben. Bibi war 2009 als erste Katholikin wegen Blasphemie angeklagt und 2010 zum Tode verurteilt worden. Sie soll während eines Streits den Propheten Mohammed beleidigt haben. Im Urteil heißt es, die Staatsanwaltschaft habe versagt, zweifelsfrei die Schuld der Angeklagten zu beweisen. Damit folgte das Gericht den Ausführungen der Anwälte Bibis über widersprüchliche Zeugenaussagen. Die Regierungspartei von Ministerpräsident Imran Khan und die Pakistanische Volkspartei (PPP) als größte Oppositionspartei begrüßten das Berufungsurteil. missio-Präsident Prälat Klaus Krämer sagte: »Das ist ein großer Tag für Asia Bibi und ihre Familie, für die Religionsfreiheit und auch für das ganze Land Pakistan.« Es lohne sich, öffentlich und international für das unteilbare Menschenrecht auf Religionsfreiheit einzutreten. missio Aachen hatte 2014 für Bibis Freilassung 18.425 Unterschriften gesammelt und an die damalige Bundesregierung übergeben, die die Petition an die verantwortlichen Politiker in Pakistan weiterleitete.

Nach dem Freispruch kam es zu erbitterten Protesten radikalislamischer Gruppen und Parteien, die mit Straßenblockaden und Gewaltdrohungen den Tod Asia Bibis forderten. Führer der islamistischen Tehreek-e-Labaik Pakistan (TLP) riefen ihre Anhänger zu »Racheaktionen« gegen Richter, Politiker und Armeeangehörige auf. Die Regierung einigte sich daraufhin mit der TLP und anderen Gruppen auf einen Kompromiss, wonach eine Berufung gegen das Urteil möglich sein soll und Bibi das Land nicht verlassen darf. Beobachter schätzen die Lage als unübersichtlich ein. Asia Bibis Ehemann Ashiq Masih bat um Asyl in Großbritannien, Italien, den USA oder Kanada. Immer mehr Stimmen fordern eine Aufnahme Bibis und ihrer Familie in Deutschland. Mit einer E-Mail- und Briefaktion will missio Aachen Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu bewegen, sich persönlich für die Freiheit, Sicherheit und Ausreise Bibis einzusetzen. Bei Redaktionsschluss Mitte November 2018 war das Schicksal der Christin weiterhin ungeklärt.

Ausgabe 01/2019

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