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PHILIPPINEN

Ordensfrau muss das Land verlassen

Patricia Fox, Oberin des Ordens Sisters of Our Lady of Sion auf den Philippinen, am 3. November 2018 in Manila – kurz vor ihrer Ausweisung.
FOTO: KNA-BILD

Patricia Fox will weiter für Menschenrechte kämpfen

Die australische Ordensfrau Patricia Fox (71) ist endgültig von den Philippinen ausgewiesen worden. Die Einwanderungsbehörde lehnte ihren Antrag auf Verlängerung ihres vorläufigen Besuchervisums ab. Die Ordensoberin der Schwestern Unserer Lieben Frau von Sion auf den Philippinen hatte wiederholt Menschenrechtsverletzungen der Regierung von Präsident Rodrigo Duterte angeprangert und war so ins Visier der Behörden geraten. Fox war fast drei Jahrzehnte auf den Philippinen tätig. Sie war Mitglied einer Mission von Menschenrechtlern, die sich ein Bild von der Lage auf Mindanao machen wollte, wo Duterte 2017 das Kriegsrecht verhängt hatte. Im April 2018 wurde sie auf Anweisung des Präsidenten wegen der Teilnahme an einer »politischen Demonstration« festgenommen und für eine Nacht inhaftiert. Die Behörden zogen das Missionarsvisum von Fox ein und stuften ihre Aufenthaltsgenehmigung auf ein Touristenvisum herab. Nach ihrer Ausweisung forderte Fox die Regierung in Canberra zu einer härteren Gangart gegen Duterte auf. Zudem müssten australische Bergbauunternehmen, die auf den Philippinen für die Vertreibung von Bauern und Ureinwohnern verantwortlich seien, zur Rechenschaft gezogen werden. Eine baldige Rückkehr auf die Philippinen schloss die Ordensfrau aus. Das sei nicht möglich, solange Präsident Duterte an der Macht sei. Sie wolle sich jedoch weiterhin für die Einhaltung der Menschenrechte im Land starkmachen. Unterdessen ist auf den Philippinen der Menschenrechtsanwalt Benjamin Ramos von unbekannten Motorradfahrern erschossen worden. Der Mitbegründer der »Nationalen Vereinigung der Volksanwälte der Philippinen« ist nach Angaben der Organisation der 34. Rechtsanwalt, der seit der Amtsübernahme von Präsident Duterte im Sommer 2016 einem Attentat zum Opfer fiel. »Wenn Menschenrechtsanwälte selbst zum Ziel von Angriffen werden, an wen können sich die Opfer von Menschenrechtsverletzungen noch wenden?«, fragt die Organisation in einer Stellungnahme. Human Rights Watch erklärte, der Mord sei ein weiterer Beleg dafür, dass sich »die Straflosigkeit unter der Regierung von Präsident Duterte verschlimmert « habe.

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