Ausgabe 01/2011 Gewalt gegen Christen corner

Ausgabe Januar / Februar 2011

LIEBE LESERINNEN! LIEBE LESER!

Ist Ihnen schon einem der Name "Odisha" über den Weg gelaufen? Nein? Dies ist auch nicht unbedingt verwunderlich, hat sich doch erst Mitte November ein Bundesstatt in Indien in Odisha umbenannt. Der bisherige Name dieses Bundesstaates dürfte Ihnen geläufiger sein: Orissa!

Orissa ist zu einem Synonym für brutalste Gewalt gegen Christen in Indien geworden. Heute, mehr als zwei Jahre nach den brutalen Übergriffen hindu-nationalistischer Kräfte auf Christen, warten die Opfer noch immer auf Gerechtigkeit. Die meisten von ihnen können bis heute nicht zurück in ihre Dörfer. Sie sind ihrer Existenzgrundlage beraubt, Entschädigungen haben sie nicht erhalten, häufig sind sie traumatisiert und haben Angst vor einer ungewissen Zukunft, die insbesondere den Kindern, die ihre Schulausbildung abbrechen mussten, nichts Gutes verheißt. Und was unternimmt der Staat? Ein im August durchgeführtes "Nationales Volkstribunal", organisiert von 50 Nichtregierungsorganisationen, besetzt mit einer Jury, die aus hoch angesehenen Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft Indiens bestand, kommt zu einem vernichtenden Urteil: Der Staat hat sich der Komplizenschaft schuldig gemacht. Polizeikräfte, die direkt oder indirekt an dieser Gewalt beteiligt waren, sind auch weiterhin im Amt, Gerichtsprozesse werden verschleppt, Täter leben noch immer unbehelligt in ihren Dörfern, Opfer und Zeugen werden bedroht, Drahtzieher der Gewalt sind bis heute nicht vor Gericht gebracht worden oder aber, trotz Verurteilung, gegen eine geringe Kaution wieder freigelassen worden. Vor diesem Hintergrund erscheint die Namensänderung als ein bewusstes Kalkül der Regierung. Gewalt gegen Christen wird mit Orissa in Verbindung gebracht, nicht aber mit Odisha. Die Opfer sind auf internationale Solidarität angewiesen, um Gerechtigkeit zu erlangen.

Orissa geht auch uns an!

Norbert Kößmeier

  • von JOHN DAYAL

    Ein Tribunal für Gerechtigkeit

    "Volkstribuna" deckt Sabotage der Justiz auf

    Zwei Jahre nach der Gewalt gegen Christen im indischen Bundesstaat Orissa hat im August vergangenen Jahres ein so genanntes »Volkstribunal« stattgefunden. Hoch angesehene Persönlichkeitenaus dem gesamten Land haben die Jury dieses Tribunals gebildet. / weiter lesen

  • von SR. NAMRATA JOSEPH

    Entschlossenes Eintreten für Gerechtigkeit

    Die Opfer von Kandhamal

    Sr. Namrata Joseph ist auf Bitten der Ordensobernkonferenz Indiens im Frühjahr 2009 nach Kandhamal gegangen, um als Rechtsanwältin den Opfern der Gewalt zur Seite zu stehen. Ihr Aufenthalt in Kandhamal bis September 2010 ist geprägt durch die Auseinandersetzung mit unvorstellbarem Leid und unvorstellbarer Ungerechtigkeit. / weiter lesen

  • von CEDRIC PRAKASH SJ

    Bedrohte Religionsfreiheit

    Die Gewalt der Hindutva-Bewegung in Indien

    Der international bekannte und bereits vielfach ausgezeichnete Jesuit und Menschenrechtler Cedric Prakash setzt sich seit Jahren für Gerechtigkeit für Opfer der immer gewalttätiger werdenden Hindutva-Bewegung in seiner Heimat Gujarat, aber auch darüber hinaus ein. / weiter lesen

  • von OTMAR OEHRING

    Orissa geht auch uns an!

    Menschenrechtsarbeit für die Opfer der Gewalt

    Die internationale Öffentlichkeit spielt insbesondere im Kontext massiver Menschenrechtsverletzungen eine bedeutsame Rolle, wenn es darum geht, den Opfern in ihrem Kampf für Gerechtigkeit zu helfen. / weiter lesen

  • Bischof Erwin Kräutler erhält Alternativen Nobelpreis 2010

    Adveniat-Geschäftsführer gratuliert Bischof Kräutler

    Adveniat-Geschäftsführer gratuliert Bischof Kräutler / weiter lesen

  • Tribut an einen verstorbenen Freund

    "Unser Kampf wird nicht umsonst gewesen sein"

    »Ich sah Dich nicht allein als meinen Freund, sondern mehr noch als meinen Bruder«, schreibt Erzbischof Kaigama zum Tode des Emir von Wase. / weiter lesen

  • Minderjährige zum Tode verurteilt

    Ein politisches Urteil?

    Sudan ist Unterzeichner der UN-Konvention über die Rechte des Kindes, die die Hinrichtung von Kindern verbietet. Erst im Januar vergangenen Jahres hat die Regierung aufgrund dieser UN-Konvention das Alter für die Todesstrafe von 15 auf 18 Jahre angehoben. / weiter lesen

  • »Mordanschuldigungen sind eine Lüge«

    Erzbischof aus Orissa wehrt sich gegen Angriffe von Hindu-Nationalisten

    Erzbischof aus Orissa wehrt sich gegen Angriffe von Hindu-Nationalisten / weiter lesen

  • von ANNE BÉATRICE FAYÉ

    "Dein Gast ist dein Gott'

    Senegal - das Land der "Teranga"

    Der Senegal ist stolz auf seine Traditionen. Insbesondere die Gastfreundschaft spielt eine besondere Rolle. Jedoch auch in anderer Hinsicht unterscheidet sich das westafrikanische Land von anderen Ländern im afrikanischen Kontext: Es besitzt eine ausgeprägte Demokratie und kann auf ein friedliches Zusammenleben der Kulturen und Religionen blicken. / weiter lesen