Ausgabe 04/2011 SENEGAL corner

Ausgabe Juli/August 2011

Norbert Kößmeier

LIEBE LESERINNEN! LIEBE LESER!

Senegal, das Land in Westafrika, widersetzt sich dem gängigen Klischee eines Entwicklungslandes auf dem afrikanischen Kontinent. Demokratische Spielregeln werden eingehalten, Machtwechsel per Wahlen sind erfolgreich durchgeführt worden. Auch taucht das Land nur selten in der internationalen Presse auf. Es gibt nicht die für westliche Medien so »interessanten« Katastrophen, um die Titelseiten zu füllen. Vielmehr zeichnet sich der Senegal dadurch aus, dass es dem Land gelungen ist, ein friedliches Zusammenleben der Kulturen und Religionen in weiten Teilen zu ermöglichen. Nach Ansicht von Kardinal Sarr, Erzbischof von Dakar, wird die christliche Gemeinschaft im Senegal, eine kleine Minderheit im Land, von der Mehrheit der Bevölkerung sehr geschätzt. Sie wird als engagierte Gruppierung anerkannt, die sich für die Sorgen und Nöte der Menschen einsetzt, ganz gleich welcher Religion die betroffenen Menschen angehören. Das Verhältnis zur muslimischen Bevölkerung wird als eine Beziehung angesehen, die sich durch gegenseitigen Respekt und durch Dialog auszeichnet.

Natürlich sollte man sich an dieser Stelle davor hüten, den Senegal zu idealisieren. Der seit Jahrzehnten andauernde Konflikt in der Casamance hat bis heute keine friedliche Lösung gefunden. Die Zukunftsperspektiven junger Menschen sehen alles andere als rosig aus. Für Kardinal Sarr ist zunächst das Land selbst dafür verantwortlich, neue Perspektiven zu entwickeln und zu ermöglichen. Zugleich jedoch sieht er auch die EU in der Pflicht, dem Land in seinen Bemühungen zur Seite zu stehen. Die Schließung europäischer Grenzen wird die Migration junger Afrikaner nach Europa nicht stoppen.

Das Erzbistum Bamberg unterhält seit 2007 eine Partnerschaft zum Bistum Thiès im Senegal. Für Erzbischof Dr. Schick ist diese Partnerschaft ein bedeutender Schritt, der der Kirche hilft, immer katholischer zu werden, das heißt weltweit zu denken, zu fühlen und zu handeln. Partnerschaft heißt der Weg der Weltkirche.

Norbert Kößmeier

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    Die Ortskirche Vietnams hat am 27. Mai erstmals eine bischöfliche Kommission »Gerechtigkeit und Frieden« gegründet, um menschliche Werte zu fördern. / weiter lesen

  • »Dialog mit Gott – Gebete für die Eine Welt«

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    Das Internationale Katholische Missionswerk missio startet mit der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands und dem Katholischen Deutschen Frauenbund eine weltweite Gebetsinitiative. / weiter lesen

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    »Macht Euch auf und bringt Frucht« (Joh 15,16)

    Unter dem Motto »Macht Euch auf und bringt Frucht« wird das Internationale Katholische Missionswerk missio den Senegal in den Mittelpunkt der diesjährigen Kampagne zum Sonntag der Weltmissionstellen. / weiter lesen

  • von GEORG EVERS

    »Die Vergänglichkeit irdischer Schönheit und menschlicher Existenz«

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    Der Schock sitzt tief über die Dreifachkatastrophe, die Japan am11. März aufgesucht hat. Erdbeben, Tsunami und Atomkatastrophe – eine Kombination, die bis dahin niemand für möglich gehalten hätte.Die Religionsgemeinschaften bemühen sich, ihren Beitrag zu leisten, um der Bevölkerung bei der Bewältigung dieser nie für möglich gehaltenen Krise behil / weiter lesen