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Ausgabe November / Dezember 2011

LIEBE LESERINNEN! LIEBE LESER!

Religionsfreiheit ist ein grundlegendes Menschenrecht. Darin stimmen die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen überein. Dies heißt aber nicht, dass es auch weltweit geachtet und befolgt wird. In Pakistan erfährt dieses Recht erhebliche Einschränkungen durch Regelungen, die die Ausgrenzung und Diskriminierung religiöser Minderheiten gesetzlich verankern. Die so genannten Blasphemiegesetze dienen militanten Islamisten als machtvolles Werkzeug, unliebsame Opposition zum Schweigen zu bringen. Wie sehr diese Gesetze zur Radikalisierung der pakistanischen Gesellschaft beitragen, belegen die in diesem Jahr erfolgten Ermordungen hochrangiger Politiker, die sich für eine Änderung der Blasphemiegesetze ausgesprochen hatten. Die Situation religiöser Minderheiten in Pakistan hat sich dramatisch verschärft. Hochrangige Vertreter der katholischen Kirche des Landes zeichnen heute ein düsteres Bild von der Zukunft der christlichen Gemeinschaft in Pakistan.

Für Peter Jacob, Generalsekretär der Nationalen Kommission »Gerechtigkeit und Frieden« der katholischen Bischofskonferenz Pakistans, findet die Radikalisierung der Gesellschaft ihren Ausdruck in dem Zwang zum Tragen der Burka in immer weiteren Teilen der pakistanischen Gesellschaft. Die Burka ist in Pakistan weniger ein Ausdruck des Glaubens, als vielmehr ein Symbol der Abschottung zwischen Geschlechtern, Religionen und Klassen. Nichtsdestotrotz ist er sich sehr wohl bewusst, dass insbesondere die Frage der Burka in Europa der Gefahr unterliegt, von rechtspopulistischen Politikern aus eigenem Machtkalkül heraus instrumentalisiert zu werden und einer Islamfeindlichkeit Vorschub zu leisten. Gesetzliche Regelungen in Europa dürfen nicht dazu dienen, die betroffenen Frauen zu entwürdigen. Alle politischen und gesellschaftlichen Kräfte in Europa haben eine hohe Verantwortung, die Frage der Burka einer Emotionalisierung zu entreißen und sachlich begründet zu entscheiden.

Norbert Kößmeier

  • »Ein Seiltanz über ein Feld von politischen Landminen«

    100-jähriges Bestehen der Missionswissenschaft gefeiert

    Gleich ein dreifaches Jubiläum wurde vom 4.–6. November 2011 in Münster mit einem dreitägigen Symposium begangen: / weiter lesen

  • 150. Todestag von Pauline Marie Jaricot

    Gedenken an Gründerin des Päpstlichen Werkes der Glaubensverbreitung

    Wie Fidesdienst berichtet, finden am 9. Januar 2012 in Lyon Gedenkfeiern zum 150. Todestag von Pauline Marie Jaricot (1799–1862), der Gründerin des Päpstlichen Werkes der Glaubensverbreitung, statt. / weiter lesen

  • Hermann Herder gestorben

    Verlag trauert um seinen Seniorchef

    Am 12. November verstarb der 85–jährige Seniorchef des Verlages Herder, Hermann Herder, nach kurzer schwerer Krankheit im Kreis seiner Familie. / weiter lesen

  • FABC diskutiert sexuellen Missbrauch in der Kirche Asiens

    Fünftägiges Seminar in Bangkok reflektiert Krise der Kirche

    Die Föderation asiatischer Bischofskonferenzen hat vom 14.–19. November 2011in Bangkok eine Konferenz zur Frage des sexuellen Missbrauchs innerhalb der asiatischen Kirche durchgeführt. / weiter lesen

  • »Klimawandel eine größere Bedrohung als Apartheid«

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    Im Vorfeld der Weltklimakonferenz in Durban hat Erzbischof Tutu alle Südafrikaner aufgerufen, sich den Kirchenführern, politischen Führern sowie Popstars anzuschließen und an einer »außergewöhnlichen « Demonstration am 27. November in Durban teilzunehmen. / weiter lesen

  • Regierung blockt Internetseiten der Opposition

    Menschenrechtsaktivisten sehen Meinungs- und Pressefreiheit bedroht

    Die Regierung Sri Lankas hat die Internetzensur weiter verschärft und Anfang November 2011 Internetseiten der politischen Opposition geblockt. / weiter lesen

  • von HELGA DICKOW

    Die Hoffnung auf den arabischen Frühling versandete in der Sahara

    Vom Überleben im Tschad

    Stellte bis 2010 noch die Nachbarschaft zum Sudan – insbesondere zur Kriegsregion Darfur – die tschadische Regierung vor gewaltige Herausforderungen, ist es seit dem Ausbruch des arabischen Frühlings nun die Nähe zum nördlichen Nachbarn. / weiter lesen

  • von GERTRUD CASEL

    Der Geist der einen Menschheitsfamilie

    Die Neuordnung des globalen Finanzsystems braucht Gemeinwohlorientierung

    Die heutigen Krisenszenarien sind aufs Engste miteinander verwoben. Finanz-, Hunger- beziehungsweise Nahrungsmittelpreiskrise und Klimakrise überfordern einzelne Staaten und bedürfen einer Lösung durch die internationale Gemeinschaft. Wie aber soll dies geschehen? / weiter lesen

  • von PEDRO MORAZÁN

    Von der Krise gleich mehrfach getroffen

    Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf Entwicklungsländer

    Diskutieren wir in Europa vor allem die Eurokrise, die Zukunft des Euro und die Verantwortung der Banken und der Politik für diese Krise, so kommen die Folgen der internationalen Finanzmarktkrise für die Entwicklungsländer kaum in den Blick. / weiter lesen