März/April 2012 KONTEXTUELLE THEOLOGIEN corner

Ausgabe März/April 2012

LIEBE LESERINNEN! LIEBE LESER!

Als vor 40 Jahren das Missionswissenschaftliche Institut Missio (MWI) gegründet wurde, geschah dies in einer Zeit gesellschaftlicher und auch kirchlicher Aufbrüche. Mit dem II. Vatikanischen Konzil, wurde der Begriff »Weltkirche« neu geprägt. Die Kirchen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas wurden als Ortskirchen dieser Weltkirche anerkannt. Verbunden mit den Aufbrüchen entwickelten sich neue Wege der theologischen Reflektion.

Für den Theologen Peter Kanyandago aus Uganda ist das II. Vatikanische Konzil der Beginn und zugleich die Aufforderung an die jungen Kirchen, die Botschaft des Evangeliums in den unterschiedlichen Kulturen zu verwurzeln, eine authentische Inkulturation zu verwirklichen. Es ist der Beginn so genannter kontextueller Theologien. Das Missionsdekret Ad Gentes (Nr. 22) fordert die jungen Kirchen auf, dass »die von Gott geoffenbarten Taten und Worte, die in der Heiligen Schrift verbrieft und von den Vätern und dem Lehramt der Kirche erklärt worden sind, einer neuen Erforschung unterworfen werden.« Der jeweilige soziokulturelle Großraum ist dabei zu berücksichtigen. Die seit vielen Jahren vom Verlag Herder und dem MWI herausgegebene Buchreihe »Theologien der Dritten Welt« ist Ergebnis dieser theologischen Entwicklungen seit dem II. Vatikanum. Wenn die Entwicklung einer kontextuellen Theologie als ein Auftrag an jede Ortskirche anzusehen ist, so hat dies Auswirkungen auf die Ausbildung junger Theologinnen und Theologen. Wie aber werden die Ausbildungseinrichtungen und Fakultäten dieser Aufforderung gerecht, sind die Kontexte doch sehr vielfältig und sehr verschieden? Wie kommen die unterschiedlichen kontextuellen Theologien miteinander ins Gespräch? Und was bedeutet dies im Hinblick auf den interreligiösen Dialog? Die vorliegende Ausgabe kann die vielfältigen Fragen nicht beantworten. Aber sie bietet Anregungen und Denkanstöße, sich mit diesen Fragen zu befassen.

Norbert Kößmeier

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