November/Dezember 2012 50 JAHRE II. VATIKANISCHES KONZIL corner

Ausgabe November/Dezember 2012

LIEBE LESERINNEN! LIEBE LESER!

Der 11. Oktober 1962 hat die katholische Kirche verändert. Es war der Beginn des drei Jahre dauernden II. Vatikanischen Konzils. Heute, 50 Jahre nach diesem bahnbrechenden Konzil, blicken wir zurück auf ein Ereignis, dass wir als Kirche in seiner Gänze wohl noch immer nicht erfasst, vor allem aber noch immer nicht umgesetzt haben.

Matthew Kukah, Theologe und Bischof in Sokoto / Nord-Nigeria, sieht im II. Vatikanischen Konzil das entscheidende Ereignis für die Kirche in Afrika: »Gott ist Afrikaner geworden!« Nichtsdestotrotz bleiben die Herausforderungen des Konzils bestehen. Der indische Theologe Michael Amaladoss SJ sieht auf der einen Seite die prophetischen und visionären Aussagen des Konzils, auf der anderen Seite eine Zentralisierung innerhalb der heutigen Kirche, die dem Anliegen des Konzils entgegensteht und verhindert, dass die Kirche in Indien eine indische Kirche wird. Für ihn stellen die Aussagen des Konzils zur Frage der Ortskirchen, der Kollegialität der Bischöfe, des Volkes Gottes und dem Sendungsauftrag der Kirche als Dialog auch weiterhin Herausforderungen dar, die nur anfanghaft umgesetzt worden sind, ihrer umfassenden Umsetzung auch weiterhin bedürfen. Dass mit der Beschäftigung des II. Vatikanischen Konzils aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums viele auch neue Gesichtspunkte und Forschungsergebnisse ans Licht kommen, zeigt der so genannte Katakombenpakt, den eine Gruppe »Kirche der Armen« zum Ende des Konzils als Selbstverpflichtung unterzeichnet haben. Eine Selbstverpflichtung einer prophetischen Kirche, die eine immense Wirkungsgeschichte in Lateinamerika entfaltet hat. In den kommenden drei Jahren wird uns das 50-jährige Jubiläum des Konzils begleiten. Ich meine, dies ist eine große Chance: Die Auseinandersetzung mit den in Vergessenheit geratenen Visionen und wegweisenden Aussagen des Konzils ermöglicht eine Rück- und Neubesinnung auf eine Kirche, die sich in erster Linie der Freude und Hoffnung, Angst und Trauer der Menschen, insbesondere der Armen verpflichtet weiß!

Norbert Kößmeier

  • DEUTSCHLAND

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  • ITALIEN / NIGERIA

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  • PAKISTAN

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  • INDIEN

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  • CHINA

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  • HONGKONG

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  • von WENCESLAO SELGA PADILLA CICM

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    Zwanzig Jahre ist es nun her, dass sich drei Missionare auf den Weg in die Mongolei gemacht und dort eine neue Kirche gegründet haben. Bischof Wenceslao Selga Padilla, Bischof der katholischen Kirche in der Mongolei, beschreibt im Folgenden die Schwierigkeiten und Herausforderungen, denen sich die Kirche zu Beginn zu stellen hatte und denen sie sic / weiter lesen

  • von MATTHEW KUKAH

    Gott ist Afrikaner geworden!

    Die Bedeutung des II. Vatikanischen Konzils aus afrikanischer Perspektive

    Ein Bischof, der direkt im Himmel wohnt und nur zu Besuch auf die Erde kommt? Ein Priester, der der jüngere Bruder Jesu ist? Es sind dies die Vorstellungen eines zehnjährigen Jungen in einem kleinen Dorf in Nigeria vor 50 Jahren. Und es waren dies die Vorstellungen von Matthew Kukah, der heute Bischof in Sokoto im konfliktreichen Nord-Nigeria ist. / weiter lesen

  • von MICHAEL AMALADOSS SJ

    Das Konzil fordert uns heraus – bis heute!

    Eine indische / asiatische Perspektive

    Für den indischen Theologen Michael Amaladoss SJ ist das II. VatikanischeKonzil ein bahnbrechendes Ereignis gewesen, das die Kirche bis heute herausfordert. / weiter lesen