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Ausgabe Januar/Februar 2012

LIEBE LESERINNEN! LIEBE LESER!

Täglich erreichen uns neue Schreckensmeldungen über die Finanz- und Eurokrise; Meldungen, die bei vielen Menschen ein Gefühl der Ohnmacht und der Wut hinterlassen, bei den direkt Betroffenen und Leidtragenden ist es Verzweiflung. Waren vor der Krise Millionenbeträge eine unvorstellbar hohe Summe, so scheint es nun für Regierungen ein Leichtes zu sein, dreistellige Milliardenbeträge in die Hand zu nehmen, um Banken zu retten, um den Euro zu retten, um Länder zu retten. Das gesamte Gefüge der Finanzwelt scheint international aus dem Ruder gelaufen zu sein. Und doch scheint es so, dass viele Akteure vor allem ihre eigenen Interessen durchzusetzen versuchen. Die Finanzwelt ist bemüht, eine zu starke Regulierung zu verhindern, Politiker und z.T. auch Regierungen sind bemüht, Einschränkungen ihrer nationalstaatlichen Souveränität zu verhindern. Wurden von den gleichen Akteuren vor Beginn der Krise immer wieder zu Recht die Errungenschaften der Globalisierung hervorgehoben, so scheint es nun schwer zu fallen, gemeinsam auf globaler Ebene an einem Strang zu ziehen, um die Krise zu bewältigen. In dieser Situation hat der Päpstliche Rat für Gerechtigkeit und Frieden ein Dokument veröffentlicht, das aufhorchen lässt. Ganz konkret fordert der Vatikan die Errichtung einer supranationalen Einrichtung für die Finanzwelt, um notwendige Regulierungen und Kontrollen zu ermöglichen. Zugleich plädiert er dafür, nationalstaatliches Denken zum Wohle der einen Menschheitsfamilie aufzugeben. Damit aber richtet er den Blick auf eine notwendige andere Perspektive. Es geht um eine Wertediskussion, die geführt werden muss. Das Gemeinwohl – und zwar auf globaler Ebene – muss im Vordergrund stehen. Nur dann wird es möglich sein die Opfer der Krisenszenarien, vor allem Menschen in Entwicklungsländern, die in den täglichen Krisenmeldungen, wenn überhaupt, nur am Rande auftauchen, nicht aus dem Blick zu verlieren.

Norbert Kößmeier

  • »Ein Seiltanz über ein Feld von politischen Landminen«

    100-jähriges Bestehen der Missionswissenschaft gefeiert

    Gleich ein dreifaches Jubiläum wurde vom 4.–6. November 2011 in Münster mit einem dreitägigen Symposium begangen: / weiter lesen

  • 150. Todestag von Pauline Marie Jaricot

    Gedenken an Gründerin des Päpstlichen Werkes der Glaubensverbreitung

    Wie Fidesdienst berichtet, finden am 9. Januar 2012 in Lyon Gedenkfeiern zum 150. Todestag von Pauline Marie Jaricot (1799–1862), der Gründerin des Päpstlichen Werkes der Glaubensverbreitung, statt. / weiter lesen

  • Hermann Herder gestorben

    Verlag trauert um seinen Seniorchef

    Am 12. November verstarb der 85–jährige Seniorchef des Verlages Herder, Hermann Herder, nach kurzer schwerer Krankheit im Kreis seiner Familie. / weiter lesen

  • FABC diskutiert sexuellen Missbrauch in der Kirche Asiens

    Fünftägiges Seminar in Bangkok reflektiert Krise der Kirche

    Die Föderation asiatischer Bischofskonferenzen hat vom 14.–19. November 2011in Bangkok eine Konferenz zur Frage des sexuellen Missbrauchs innerhalb der asiatischen Kirche durchgeführt. / weiter lesen

  • »Klimawandel eine größere Bedrohung als Apartheid«

    Erzbischof Tutu ruft alle Südafrikaner zum Engagement auf

    Im Vorfeld der Weltklimakonferenz in Durban hat Erzbischof Tutu alle Südafrikaner aufgerufen, sich den Kirchenführern, politischen Führern sowie Popstars anzuschließen und an einer »außergewöhnlichen « Demonstration am 27. November in Durban teilzunehmen. / weiter lesen

  • Regierung blockt Internetseiten der Opposition

    Menschenrechtsaktivisten sehen Meinungs- und Pressefreiheit bedroht

    Die Regierung Sri Lankas hat die Internetzensur weiter verschärft und Anfang November 2011 Internetseiten der politischen Opposition geblockt. / weiter lesen

  • von HELGA DICKOW

    Die Hoffnung auf den arabischen Frühling versandete in der Sahara

    Vom Überleben im Tschad

    Stellte bis 2010 noch die Nachbarschaft zum Sudan – insbesondere zur Kriegsregion Darfur – die tschadische Regierung vor gewaltige Herausforderungen, ist es seit dem Ausbruch des arabischen Frühlings nun die Nähe zum nördlichen Nachbarn. / weiter lesen

  • von GERTRUD CASEL

    Der Geist der einen Menschheitsfamilie

    Die Neuordnung des globalen Finanzsystems braucht Gemeinwohlorientierung

    Die heutigen Krisenszenarien sind aufs Engste miteinander verwoben. Finanz-, Hunger- beziehungsweise Nahrungsmittelpreiskrise und Klimakrise überfordern einzelne Staaten und bedürfen einer Lösung durch die internationale Gemeinschaft. Wie aber soll dies geschehen? / weiter lesen

  • von PEDRO MORAZÁN

    Von der Krise gleich mehrfach getroffen

    Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf Entwicklungsländer

    Diskutieren wir in Europa vor allem die Eurokrise, die Zukunft des Euro und die Verantwortung der Banken und der Politik für diese Krise, so kommen die Folgen der internationalen Finanzmarktkrise für die Entwicklungsländer kaum in den Blick. / weiter lesen