Juli / August 2013 KIRCHE DER ARMEN corner

Ausgabe Juli/August 2013

LIEBE LESERINNEN! LIEBE LESER!

Im vergangenen Jahr hielt ich den Entwurf der Diözesanleitung einer deutschen Diözese in Händen, der sich mit notwendigen Strukturreformen befasste. Dieser Entwurf berief sich in der Frage von Kirche in derWelt von heute selbstverständlich auf Gaudiumet Spes 1: »Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen dieser Zeit…« Ein uns wohl allen bekannter Text. Und doch hatte dieser Entwurf etwas Besonderes. Die so wichtige Ergänzung in GS 1 »besonders der Armen und Bedrängten aller Art« fehlte! In Deutschland, einem der reichsten und einflussreichsten Länder dieser Welt, haben wir inzwischen die fatale Situation, dass etwa ein Viertel der arbeitenden Bevölkerung (acht Millionen Menschen!) im so genannten Niedriglohnsektor arbeiten muss. Es ist nicht allein die materielle Sorge, die den Betroffenen Probleme bereitet, sondern die Erfahrung, am Rand der Gesellschaft leben zu müssen, nicht mehr teilhaben zu können. Als Kirche verweisen wir sehr schnell in einer solchen Situation auf die Leistungen der Caritas. Wir haben damit jedoch die Frage der Armut, der Marginalisierung von immer mehr Menschen aus unseren Pfarreien und Seelsorgeeinheiten verdrängt. Und es stellt sich die Frage, ob wir uns als Christen wirklich die Freude und Hoffnung, Trauer und Angst, besonders der Armen und Bedrängten, zu eigen machen, wenn wir selber den Kontakt zu ihnen verloren haben und es vielmehr den Fachleuten überlassen, sich um sie zu kümmern, wenn wir es versäumen, ihnen den notwendigen Raum gerade auch inmitten unserer Kirche, unseres Gemeindelebens zu geben, damit sie ihre Geschichte erzählen können, damit sie die Erfahrung des Angenommenseins machen können.

Papst Franziskus machte gleich zu Beginn seines Pontifikates deutlich, dass es die Armen sind, die ihm besonders amHerzen liegen. Es handelt sich nicht um eine sentimentale Eigenart eines älteren Mannes, der nun die Leitung dieser Kirche übernommen hat, sondern um den ureigenen Sendungsauftrag der Kirche, den sie von Jesus erhalten hat!

Norbert Kößmeier

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