September/Oktober 2014 TERROR IM NAMEN DER RELIGION corner

Ausgabe September/Oktober 2014

LIEBE LESERINNEN! LIEBE LESER!

Es fehlen einem die Worte. Man ist sprachlos, schockiert und kann nicht glauben, was man zur Zeit täglich in den Nachrichten über die Brutalität, die ungezügelte Gewalt und die Menschenverachtung der ISIS im Irak und Syrien erfährt. Im Namen der eigenen Ideologie scheinen die Kämpfer der ISIS bereit zu sein, ganze Volksgruppen und Religionsgemeinschaften auszurotten. Woher stammt nur dieser ungeheure Hass auf Andersdenkende und Andersgläubige?

Und weitere Konfliktherde in verschiedenen Regionen dieser Welt schockieren. So der immer brutaler werdende Konflikt im Norden Nigerias mit Boko Haram. Auch in diesem Konflikt scheint der Hass auf Andersdenkende und Andersgläubige eine Gewalt zu entfesseln, die jegliche Achtung vor dem Wert des Lebens verloren hat. Und in Sri Lanka und Myanmar scheinen sich extremistische Ideologien einen Weg zu bahnen, der im Namen des Buddhismus immer brutaler gegen Muslime und andere religiöse Minderheiten vorgeht. Terror und Gewalt im Namen der Religion! Religionen scheinen das Bindeglied zu sein, um Menschen im Kampf gegen Andersdenkende und Andersgläubige zu einen. Die Ursachen jedoch sind woanders zu suchen. Die Verarmung großer Teile der Bevölkerung, die einhergeht mit einer immensen Korruption der politischen und gesellschaftlichen Elite, die verfehlte Politik von Regierungen, die letztlich ein Machtvakuum hinterlässt und die Förderung eines ungezügelten Nationalismus durch die Politik, um eigene Interessen durchzusetzen, scheinen Indizien für die eigentlichen Probleme zu sein. Und ein weiteres fällt auf: In allen betroffenen Regionen wurden im Vorfeld dieser Konflikte die Menschenrechte mit Füßen getreten. Terror und Gewalt im Namen der Religionen fordert nicht nur die Religionsgemeinschaften selbst heraus, sich von der Umklammerung menschenverachtender, hasserfüllter Ideologien zu befreien, sondern auch die internationale Gemeinschaft, entschlossen für die Menschenwürde und die Menschenrechte einzutreten.

Norbert Kößmeier

  • von LAWRENCE FERDINANDO

    Der »schwarze Juni« in Sri Lanka

    Gewalt gegen Muslime erreicht ungeahnte Ausmaße

    Es waren Journalisten, die in Sri Lanka schon vor längerer Zeit damit begonnen haben, einem Monatsnamen den Zusatz »schwarz« zu geben, um auf diese Weise an furchtbare Ereignisse und brutale Angriffe auf die Menschlichkeit in unserem Land zu erinnern. / weiter lesen

  • von CHARLES MAUNG BO

    Myanmar am Scheideweg

    Buddhistischer Nationalismus bedroht das Land

    In den vergangenen drei Jahren hat sich viel verändert in Myanmar. Die Anführerin der Demokratiebewegung, Aung San Suu Kyi sitzt nun im Parlament anstatt unter Hausarrest, die meisten politischen Gefangenen sind frei gelassen worden, / weiter lesen

  • von JEAN JACQUES PÉRENNÈS OP

    Wo steht Ägypten?

    Analyse und Perspektiven einer Revolution

    Die politische Entwicklung Ägyptens macht viele Beobachter sprachlos. Besonders nach Ansicht vieler westlicher Beobachter haben die überraschenden Wendungen, denen das Land seit Januar 2011 gefolgt ist, nichts gebracht. / weiter lesen