Januar/Februar 2014 Monastischer Interreligiöser Dialog corner

Ausgabe Januar/Februar 2014

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»Warum sollten wir der Liebe Christi Grenzen setzen?«, so fragt der Abtprimas der Benediktiner, Dr. Notker Wolf, in seinem Beitrag über den monastischen interreligiösen Dialog. Es geht um die grundsätzliche Frage, inwieweit ein intensiver Dialog mit Andersgläubigen sinnvoll erscheint oder gar der Mission der Kirche entgegensteht. Für den Abtprimas ist die Antwort eindeutig. Letztlich handelt es sich um das beste Zeugnis, das wir für Christus ablegen können, indem wir allen Menschen »die grundsätzliche Offenheit der Gastfreundschaft ohne soziale, politische oder religiöse Vorurteile« erweisen.

Der Orden der Benediktiner, aber auch Trappisten, blicken inzwischen auf jahrzehntelange Erfahrungen des so genannten monastischen interreligiösen Dialogs zurück. War es zu Beginn zunächst der Dialog mit Buddhisten, so hat sich in den vergangenen Jahren ein intensiver Dialog mit schiitischen Geistlichen und Gelehrten aus dem Iran entwickelt, der durch gegenseitige Besuche geprägt ist. Für den Abtprimas der Benediktiner ist Freundschaft die beste Bezeichnung dieser Art des interreligiösen Dialogs. Es geht um einen Dialog, der den ganzen Menschen einbezieht. Und es geht um einen Dialog, der zunächst zur Bekehrung unserer selbst führt. Ein so verstandener Dialog hat nichts mit der Abwerbung der Gläubigen anderer Religionen und Konfessionen zu tun. Dieser so genannte Proselytismus, der eine lange und teils unheilvolle Geschichte besitzt, ist für Papst Franziskus schlichtweg eine »Riesendummheit« und macht keinen Sinn. Und ein so verstandener Dialog hat auch nichts mit der Verwässerung unseres Glaubens zu tun, denn die Dialogpartner erwarten die Begegnung mit gläubigen Christen. Wohin diese Art des Dialogs letztlich führt, kann wohl noch niemand absehen. Doch er ist ein Ausdruck für das tiefe Vertrauen auf das Wirken des Heiligen Geistes in dieser Welt von heute. Somit eine bedeutsame Inspiration für alle gläubigen Christen!

Norbert Kößmeier

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