Mai/Juni 2016 PHILIPPINEN corner

Ausgabe Mai/Juni 2016

LIEBE LESERINNEN! LIEBE LESER!

Allzu oft tauchen die Philippinen in den deutschen Nachrichten nicht auf. 2013 war es der Taifun »Haiyan« (auf den Philippinen »Yolanda «), der den pazifischen Inselstaat in die Schlagzeilen brachte. Durch die Naturkatastrophe starben 6.000 Menschen, mehr als 26.000 Menschen wurden verletzt, rund 4 Millionen Menschen verloren ihre Bleibe. 2015 bescherte der Besuch von Papst Franziskus dem Land große mediale Aufmerksamkeit. 2016 richten sich die Augen wieder auf die Philippinen, wenn dort im Mai ein neuer Präsident gewählt wird. Die Berichterstattung über den »Supertaifun« im Jahr 2013 hat auch die Situation der rund 100 Millionen Menschen auf den mehr als 7.000 Inseln zur Sprache gebracht. Das Land ist geprägt von einem extremen Gegensatz von Armut und Reichtum. Obwohl die Wirtschaft wächst, gelingt es nicht, die Armut im Land spürbar zu reduzieren. Die sozialen Missstände fordern besonders die katholische Kirche heraus, die mit rund 80 Prozent die größte Religionsgemeinschaft auf den Philippinen ist. Zugleich muss sich die philippinische Kirche, die 2021 den 500. Jahrestag der Christianisierung des Landes begeht, selbst erneuern. Seit dem Zweiten Plenarkonzil der Philippinen im Jahr 1991 ist die Kirche mit einer Vision der Erneuerung unterwegs. In dieser Vision sieht sich die Kirche »eingetaucht in eine Gesellschaft, die von Konflikten gespalten und von weit verbreiteter Armut belastet ist«. Sie entwirft sich als »Gemeinschaft von Jüngerinnen und Jüngern, die fest an Jesus glauben und freudig in Harmonie und Solidarität zusammenleben – miteinander, mit der Schöpfung und mit Gott«. Schließlich optiert sie dafür, »eine Kirche der Armen zu sein«, die deren »verändernde Kraft zugunsten der Gerechtigkeit und Liebe Gottes in dieser Welt« einsetzen will. Diese Vision verrät nicht nur eine Sensibilität für die Zeichen der Zeit, sondern zeugt auch vom Willen zur Erneuerung, der diese alte junge Kirche vorantreibt.

Stefan Voges

  • Sri Lanka

    Kleingewerbe gegen Kriegsfolgen

    Kirchliche Organisationen unterstützen die Witwen der Opfer des Bürgerkriegs / weiter lesen

  • MAROKKO

    Religionsfreiheit für alle

    Islamische Gelehrte unterzeichnen Erklärung von Marrakesch / weiter lesen

  • ÄGYPTEN

    Neubeginn im christlich-islamischen Dialog

    Vatikan lädt Großimam der Al-Azhar-Universität in Kairo ein / weiter lesen

  • DEUTSCHLAND

    Strategische Partnerschaft

    Deutsche Entwicklungspolitik sieht Religionen als »Partner für den Wandel« / weiter lesen

  • JAN PINGEL

    Demokratische Fassade?

    Die Philippinen zwischen Anspruch und Wirklichkeit

    Dreißig Jahre nach dem Sturz der Marcos-Diktatur herrscht längstwieder Alltag auf den 7.107 Inseln. Die Landreform kommt weiterhin nicht vom Fleck, Armut und soziale Ungleichheit nehmen zu, Clans sowie politische und wirtschaftliche Eliten treiben weiter ihr Unwesen.Das Land steht heute vor gewaltigen Herausforderungen. / weiter lesen

  • ORLANDO B. KARDINAL QUEVEDO OMI

    Unterwegs zu einer erneuerten Kirche

    Der Katholizismus auf den Philippinen in Geschichte und Gegenwart

    Vor fast 500 Jahren erreichte das Christentum mit den ersten spanischen »Entdeckern« die philippinischen Inseln. Seither hat die Kirche auf den Philippinen eine wechselvolle Geschichte durchlebt. Heute steht sie vor den Herausforderungen der Gegenwart. Für die Zukunft hat sie eine Vision entworfen – die Vision einer erneuerten Kirche. / weiter lesen

  • AMADO L. PICARDAL cssr

    Lebendige Zellen einer partizipatorischen Kirche

    Die kirchlichen Basisgemeinden auf den Philippinen

    Die Kleinen Christlichen Gemeinschaften sind ein Exportschlagerder katholischen Kirche auf den Philippinen. Auch inder deutschen Ortskirche inspirieren sie neue Aufbrüche. Unterdessen stehen die kirchlichen Basisgemeinschaften des Inselstaates vor eigenen Herausforderungen: / weiter lesen

  • AMELITA DAYRIT-GO UND DANIEL FRANKLIN PILARIO CM

    Die Sorge für das gemeinsame Haus

    Laien und Ordensleute im Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung

    Im November 2013 starben auf den Philippinen Tausende Menschen durch den Taifun Yolanda, Millionen Häuser wurden zerstört. Katastrophen wie diese und die Folgen des Klimawandels treffen besonders die Armen. Für katholische Laienorganisationen und Ordensgemeinschaften ein Grund, sich für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. / weiter lesen

  • SEBASTIANO D'AMBRA

    Mut, Wertschätzung, Respekt und ein beispielhaftes Leben

    Der interreligiöse Dialog auf den Philippinen

    Besonders in Mindanao fordert der Konflikt zwischen Christen und Muslimen den interreligiösen Dialog heraus. Viele Initiativen setzen sich dort für eine Verständigung zwischen den Religionen ein. Sie sind mit ihrer Arbeit noch lange nicht am Ziel. / weiter lesen