November/Dezember 2016 RELIGIONSFREIHEIT corner

Ausgabe November/Dezember 2016

LIEBE LESERINNEN! LIEBE LESER!

Im Dezember 1948 verabschiedeten die Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Aber es dauerte noch fast zwanzig Jahre, bis im Dezember 1966 die ersten völkerrechtlich verbindlichen Menschenrechtskonventionen folgten: der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte sowie der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte. In diesem Heft beleuchtet Theodor Rathgeber die Vereinbarungen aus der Perspektive der Religions- und Weltanschauungsfreiheit.

Erst diese Verträge, die von den Staaten unterzeichnet und ratifiziert werden müssen, machen es Menschen – zumindest formal – möglich, ihre Menschenrechte auf dem Rechtsweg einzufordern. Dass diesem rechtlichen Einspruch enge Grenzen gesetzt sind, sei es durch die geringen Mittel, die den Armen und Entrechteten zur Verfügung stehen, sei es durch Gewalt und politische Willkür, machen die Berichte aus Thailand und Bolivien deutlich. Sie erinnern daran, dass es Aufgabe von Christinnen und Christen ist, sich für die Menschenrechte einzusetzen. Das Menschenrecht Religionsfreiheit ist ihnen dabei ein besonderes Anliegen angesichts der Situation bedrängter Christen in Syrien, Nigeria oder Vietnam. Wenn sich Christen ihren bedrängten Geschwistern im Glauben besonders verbunden wissen, dann steht gleichzeitig außer Frage, dass das Menschenrecht Religionsfreiheit für alle Menschen gilt, egal, welchen Glauben sie haben. Jenseits der weltlichen Instanzen haben Christen eine weitere Möglichkeit zu klagen. Sie können ihre Klage im Gebet vor Gott bringen, auch stellvertretend für andere Menschen, die verfolgt und bedrängt sind und ihrer Rechte beraubt werden. Das Gebet ist dabei nicht das letzte Mittel. Denn Gott ist nicht nur die letzte Instanz, sondern auch der erste Anwalt für die Rechte der Menschen.

Stefan Voges

  • MONGOLEI

    Erster einheimischer Priester geweiht

    Seit 1992 wächst die Kirche im ehemals sozialistischen Staat / weiter lesen

  • NIGERIA

    Mehr Kooperation im Kampf gegen den Menschenhandel

    Internationale Konferenz fördert grenzübergreifende Zusammenarbeit / weiter lesen

  • KENIA

    Kirche fördert unabhängige Wahlbeobachtung

    Sekretariat der ostafrikanischen Bischofskonferenzen gibt Leitlinien heraus / weiter lesen

  • KENIA

    Internationale Tagung zu Religion und Gewalt

    Netzwerk Afrikanische Theologie fokussiert aktuelles Thema / weiter lesen

  • ITALIEN

    30. Friedenstreffen der Religionen

    Gemeinschaft Sant’Egidio bringt Religionsführer aus aller Welt zusammen / weiter lesen

  • DEUTSCHLAND

    P. Wolfgang Hoffmann verstorben

    Jesuit war langjähriger Mitarbeiter der Zeitschrift »Die katholischen Missionen« / weiter lesen

  • von GEORG EVERS

    Mit der Last der Vergangenheit in eine ungewisse Zukunft

    Zur politischen und kirchlichen Situation in Osttimor

    Die Zeiten, in denen internationale Medien über Osttimor berichteten,sind längst vorbei. Osttimor ist wieder das, was es die meiste Zeit war – der kleine östliche Teil einer geteilten Insel, die zwar die größte der kleinen Sunda-Inseln, aber von der Fläche her etwa so groß wie Nordrhein-Westfalen ist. / weiter lesen

  • von THEODOR RATHGEBER

    Religionsfreiheit als Menschenrecht

    Der internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte

    Im Dezember 2016 werden zwei grundlegende, völkerrechtlich verbindlicheAbkommen über Menschenrechte auf 50 Jahre Bestehen zurückblicken. Es handelt sich um den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (auch: Zivilpakt) und den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (auch: Sozialpakt). / weiter lesen

  • von MICHAEL KELLY SJ

    Im Prinzip gesetzlich geschützt

    Religionsfreiheit in Thailand

    Um Touristen wirbt Thailand mit dem Slogan »Land des Lächelns «. Angesichts düsterer – wirtschaftlicher, politischer und kultureller – Aussichten ist heute jedoch vielen nicht zum Lächeln zumute. Und das in einem Land, das bis vor kurzem noch zu den am schnellsten wachsenden und stabilsten Ländern in Südostasien zählte. / weiter lesen