Ökumene

Liebe Leserinnen!
Liebe Leser!

Beim Auftakt zum gemeinsamen Reformationsgedenken im schwedischen Lund am 31. Oktober 2016 hat Papst Franziskus deutliche Worte gefunden: »Wir dürfen uns mit der Spaltung und der Entfremdung nicht abfinden, die die Teilung unter uns hervorgerufen hat. Wir haben die Gelegenheit, einen entscheidenden Moment unserer Geschichte wiedergutzumachen, indem wir Kontroversen und Missverständnisse überwinden, die oft verhindert haben, dass wir einander verstehen konnten.« Schon die Tatsache, dass Lutheraner und Katholiken gemeinsam der Reformation gedenken, ist ein bemerkenswertes und hoffnungsvolles Zeichen. Die Perspektiven und Möglichkeiten, die das gemeinsame Gedenken eröffnet, dürfen nicht unterschätzt werden – und erst recht nicht ungenutzt bleiben. In dem Dokument »Vom Konflikt zur Gemeinschaft «, das das gemeinsame Reformationsgedenken vorbereitet hat, werden abschließend fünf »ökumenische Imperative« formuliert. In ihnen wird gefordert, dass »Lutheraner und Katholiken gemeinsam die Kraft des Evangeliums Jesu Christi für unsere Zeit wiederentdecken« und dass sie »in der Verkündigung und im Dienst an der Welt zusammen Zeugnis für Gottes Gnade ablegen«. Die Ökumene, die daran arbeitet, die Teilung der Christen zu überwinden, ist keine Option. Sie ist eine Notwendigkeit, die sich aus der Treue zu Jesus Christus und aus dem Auftrag der Kirche für die Welt ergibt. Die Beiträge aus Afrika und Lateinamerika führen vor Augen, wie bedeutsam das ökumenische Gespräch für das gesellschaftliche Leben ist. Mögen diese Erfahrungen aus dem Süden auch für das Wirken der Christen hierzulande inspirierend sein!

Ich wünsche Ihnen ein gutes neues Jahr und freue mich, Ihnen in »Forum Weltkirche« auch in diesem Jahr Einblicke in das Leben der Christen in aller Welt zu geben!

Stefan Voges

Beiträge aus Heft 1/2017

Zwischen Kontrolle, Untergrund und sozialer Verantwortung

Von Katharina Wenzel-Teuber

Länderbericht China: Zur Situation der Gesellschaft und der katholischen Kirche in China I Am 14. März 2013 wurde in Peking der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas, Xi Jinping, zum Staatspräsidenten der Volksrepublik China ernannt. Nur... weiterlesen »

2017 – Jahr der Jubiläen

Von Anne Burghardt

50 Jahre ökumenischer Dialog zwischen dem Lutherischen Weltbund und der römisch-katholischen Kirche I Das Jahr 2017 ist nicht nur das Jahr des Reformationsjubiläums. Es ist zugleich das Jahr, in dem man den 50. Jahrestag des internationalen Dialogs zwischen Lutheranern und Katholiken feiert. Der Dialog zwischen dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen (Päpstlicher Einheitsrat) und dem Lutherischen Weltbund (LWB) gehört für beide Seiten zu den ersten ökumenischen Dialogen, in denen sie sich auf internationaler Ebene engagiert haben. In der Druckausgabe lesen    

Konfessionelle Gräben überwinden

Von André Karamaga

Ökumenische Organisationen in Afrika als Brückenbauer I Das Christentum zeigt sich in Afrika als eine Landschaft, die von konfessionellen Gräben durchzogen ist. Ökumenische Organisationen übernehmen darin die Funktion von Brückenbauern. In der Druckausgabe lesen    

Gemeinsam für Recht und Gerechtigkeit

Von Claudete Beise Ulrich

Zur Situation der Ökumene in Lateinamerika I Die enge Verbindung mit dem Leben der Menschen ist ein Markenzeichen lateinamerikanischer Theologie. Der Einsatz für die Armen, ja für ein Leben in Fülle fordert auch die ökumenische Bewegung heraus. Beispiele aus der eigenen Geschichte und das Wort Gottes ermutigen Christinnen und Christen, sich gemeinsam für Recht und Gerechtigkeit einzusetzen. In der Druckausgabe lesen    

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