Deutschland

Ausgaben für Entwicklungshilfe gesunken

Bundesrepublik liegt unter dem Ziel von 0,7 Prozent

Deutschland wird bei der Entwicklungshilfe 2018 voraussichtlich mit 0,61 Prozent weiter deutlich unter dem international vereinbarten Ziel von 0,7 Prozent des Bruttoinlandseinkommens liegen. Das geht aus den vorläufigen Zahlen der Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) hervor. Nachdem 2016 erstmals die 0,7-Prozent-Marke erreicht wurde, war sie 2017 erneut auf 0,67 Prozent gesunken. Ohne Berücksichtigung der Flüchtlingsausgaben im Inland liegt der Anteil 2018 demnach sogar bei nur 0,51 Prozent. Mit 21 Milliarden Euro bleibt Deutschland  dennoch laut OECD nach den USA und vor dem Vereinigten Königreich, Japan und Frankreich in absoluten Zahlen der zweitgrößte Geber der Welt. Im Vergleich zu ihrer Wirtschaftsleistung belegt die Bundesrepublik aber nur Rang sechs, hinter Schweden, Luxemburg, Norwegen, Dänemark und dem Vereinigten Königreich. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) bewertete das Ergebnis als »Auftrag und Verpflichtung, das Engagement weiter auszubauen«. Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, darauf hinzuarbeiten, 0,7 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung
in die Bekämpfung extremer Armut zu investieren.

Foto: KNA
Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, spricht am 3. April 2017 mit Unicef-Vertretern, Schülern und Bewohnern einer temporären Nomadensiedlung in der Somali-Region nahe des Dorfes Waaf Dhuug.