Peru

Freude über Castillo als neuer Erzbischof von Lima

Kräfteverhältnis innerhalb der Kirche verschiebt sich

Der befreiungstheologisch inspirierte Carlos Castillo ist neuer Erzbischof von Lima, Peru. Papst Franziskus will mit seiner Ernennung offensichtlich einen Gegenakzent zum bisherigen betont  konservativen, dem »Opus Dei« angehörenden Kurienerzbischof Juan Luis Cipriani Thorne setzen. Castillo hat vor seiner Priesterweihe Soziologie studiert. Mehrere Jahre verbrachte er in einer  der klimatisch härtesten und sozial schwierigsten Andenregionen, in der über 4.300 Meter hoch gelegenen Bergbaustadt Cerro de Pasco. Castillo war in der Jugendbewegung um den Befreiungstheologen Gustavo Gutiérrez aktiv. Seine Doktorarbeit schrieb er über den Dominikanerbischof und »Vater der Indios« Bartolomé de Las Casas. Viele Peruaner freuen sich, dass mit  Carlos Castillo ein »Priester der Armen« Erzbischof von Lima wird. Damit hat sich das Kräfteverhältnis innerhalb der katholischen Kirche des Landes zuletzt deutlich verschoben. Etwa, indem sich fortschrittlich orientierte Kräfte wie Castillo in den Streit über Missbrauchsaufklärung einmischten.  Nachdem Erzbischof Eguren von Piura eine Verleumdungsklage gegen den Journalisten Pedro Salinas gewonnen hatte, der Erniedrigungen, Grausamkeiten, militärischen Drill und sexuelle Misshandlungen in der von Eguren mitgegründeten Laienbewegung »Sodalitium Christianae Vitae« aufgedeckt hatte, stellte sich die peruanische Bischofskonferenz hinter den verurteilten Journalisten. In einem Schreiben ließen die Bischöfe wissen, dass Papst Franziskus höchsten Wert auf die Sorge um die Missbrauchsopfer lege und die besondere Rolle der Journalisten bei der Aufdeckung von Missbrauchsfällen lobend erwähnt habe. »Das hat es noch nie gegeben in der  peruanischen Kirche, dass die Bischöfe sich öffentlich gegen einen ihrer Mitbrüder stellen«, kommentierte Salinas das Schreiben der Bischofskonferenz.