ZAR/BERLIN

Geistliche sehen Zukunft für besonderes Friedensprojekt

Häuser der Versöhnung und des Dialogs geplant

Nach einem Besuch in Berlin sehen christliche und muslimische Religionsführer aus der Zentralfrikanischen Republik (ZAR) Fortschritte bei einem gemeinsamen Friedensprojekt. Man sei
sich nun sicher, dass das geplante »House of Peace« in der zentralafrikanischen Hauptstadt Bangui als ein Haus der Versöhnung und des Dialogs realisiert werden könne, sagte der katholische
Kardinal Dieudonné Nzapalainga zum Abschluss des Besuches. Muslime, Protestanten und Katholiken haben in der ZAR eine interreligiöse Plattform gegründet. Unterstützt vom ebenfalls
interreligiös geplanten Berliner Lehrund Bethaus »House of One« soll in der ZAR ein »House of Peace« entstehen. Zusammen mit dem Imam Kobine Layama und dem evangelischen Pastor
Philippe Sing-Na war Nzapalainga in Berlin, um bei Politikern und Zivilgesellschaft um Unterstützung für das Projekt und die Friedensbemühungen in Zentralafrika zu werben. Dort waren Ende
2012 Kämpfe zwischen muslimischen und christlichen Milizen ausgebrochen.

Im Zentrum der Konflikte standen weniger religiöse Motive als vielmehr die Kontrolle über die Weidegebiete und Rohstoffe wie Diamanten, Gold und Uran. Im Februar 2019 hat die Regierung mit 14 bewaffneten Gruppen einen Friedensvertrag geschlossen. Dennoch sind viele Probleme bisher ungelöst. Hilfsorganisationen beklagen seit Jahren eine humanitäre Krise. Die Religionsvertreter riefen in Berlin zu einem Ende von Waffenexporten in ihr Land und benachbarte Regionen auf. Kardinal Nzapalainga sagte: »Gebt uns statt der Waffen, die überall in der Region zum Tode führen, Instrumente des Friedens.« Er verwies auf die Verbreitung von Waffen gerade unter Minderjährigen: »Wenn die Kinder Waffen in der Hand haben, wird das Töten eine Banalität. Das zerstört die Menschlichkeit.«

Foto: KNA
Oumar Kobine Layama (l.), Präsident des Islamischen Rates der Zentralafrikanischen Republik, und Dieudonne Nzapalainga, Erzbischof von Bangui (Zentralafrikanische Republik) und Vorsitzender der Zentralafrikanischen Bischofskonferenz, am 31. August 2015 in Aachen.