Berlin/DR Kongo

 

Friedensnobelpreisträger fordert „saubere Lieferketten"

missio-Konferenz in Berlin zur Lage in der DR Kongo

Im Rahmen der Konferenz „Demokratisierung in der Krise? – Situation und Perspektiven in der DR Kongo" unter Schirmherrschaft von Bundesminister Gerd Müller haben missio-Präsident Dirk Bingener und Friedensnobelpreisträger Denis Mukwege in Berlin 60.000 Unterschriften der Aktion Schutzengel „Saubere Handys" an den Vertreter des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Stefan Oswald, übergeben. Die Petition an die Handyhersteller, nur Rohstoffe für ihre Produktion zu verwenden, die nachweisbar nicht aus illegalem Abbau stammen, wollte keiner der 13 angeschriebenen Hersteller entgegennehmen. Ziel der Konferenz, an der zahlreiche Experten aus der Demokratischen Republik Kongo teilgenommen haben, war es, „in Deutschland auf die Verflechtungen zwischen der Gewalt im Osten Kongos und unserem Konsumverhalten hinzuweisen", sagte missio-Präsident Dirk Bingener. Darüber hinaus sollten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft die Notwendigkeiten und Möglichkeiten weiterer Vernetzungen in den aktuellen Veränderungsprozessen sondieren. Denis Mukwege hielt einen Vortrag zum Thema „Traumatisierte Opfer und straffreie Täter – der Skandal im Ostkongo". Der kongolesische Gynäkologe, der seit vielen Jahren Opfer von sexueller Gewalt in Bukavo behandelt und unermüdlich auf den Skandal der Massenvergewaltigung von Frauen als Kriegswaffe im Kongo hinweist, forderte einen transparenten Handel mit Bodenschätzen im Kongo und den Aufbau „sauberer Lieferketten", um die Gewalt in seinem Heimatland einzudämmen. (Klaus Vellguth)

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Foto: Harald Oppitz/missio
Friedensnobelpreisträger Denis Mukwege (rechts) hat im Rahmen der missio-Konferenz zur Lage in der DR Kongo 60.000 Unterschriften der Aktion Schutzengel „Saubere Handys“ an einen Vertreter des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung übergeben.