Myanmar

 

In der Heimat wächst die Solidaritätsbewegung für Aung San Suu Kyi

Kardinal Bo warnt davor, das „ganze Volk zu verurteilen"

In Myanmar wächst die Solidaritätsbewegung für Staatsrätin Aung San Suu Kyi, die bei einer Anhörung vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag ihr Land gegen den Vorwurf des Völkermords an den Rohingya verteidigt hat. Überall im Land hätten Tausende Menschen an Unterstützungskundgebungen für die Außenministerin und Friedensnobelpreisträgerin teilgenommen, berichtete das unabhängige myanmarische Nachrichtenportal Irrawaddy. Dagegen haben Unterstützer der muslimischen Minderheit in Den Haag zu Protesten gegen die Politikerin aufgerufen, ebenso die „Free Rohingya Coalition". Ihr gehören 30 Organisationen aus zehn Ländern an. Die Armee von Myanmar hatte im August 2017 gewaltsam mehr als 750.000 Rohingya vertrieben. Die Flüchtlinge leben seitdem unter schwierigen Bedingungen in Lagern in Bangladesch. Das mehrheitlich muslimische afrikanische Land Gambia hat mit Unterstützung der Organisation Islamischer Staaten vor dem Internationalen Gerichtshof Klage gegen Myanmar eingereicht. Gambia wird voraussichtlich „vorläufige Maßnahmen" zum Schutz der Rohingya in Myanmar beantragen. Der Erzbischof von Rangun, Kardinal Charles Bo, fordert angesichts der Anklage die internationale Gemeinschaft zu mehr Verständnis für die schwierige historische Lage seines Landes auf und warnt davor, das gesamte Volk von Myanmar zu verurteilen. Myanmar sehe sich Problemen wie „den chronischen Kriegen, immensen Vertreibungen, der unsicheren Migration von Tausenden unserer jungen Leute, dem Klimawandel und dem Bedürfnis nach Aussöhnung unter den verschiedenen Volksgruppen" gegenüber, sagte Bo. Die internationale Gemeinschaft solle „diese Nation und ihre in den Kinderschuhen steckende Demokratie mit Verständnis und Rat statt mit Verurteilung begleiten". Weiter warnte er vor Sanktionen gegen Myanmar „ohne Berücksichtigung des Wohlergehens der normalen Leute".

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Foto: KNA-Bild
Kardinal Charles Maung Bo, Erzbischof von Rangun, wirbt um Verständnis für die schwierige Situation Myanmars. Das Land brauche Verständnis und Rat, keine Verurteilung.