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Zentralafrika

 

Kardinal fordert Einsatz gegen Waffenschmuggel

Glaubensführer führen Dialog gegen Gewalt

Der zentralafrikanische Kardinal Dieudonné Nzapalainga hat einen verstärkten Einsatz gegen Waffenschmuggel gefordert. Wie das katholische Nachrichtenportal „ACI Africa" berichtet, rief er Politiker und die internationale Gemeinschaft auf, „uns effektiv beim Kampf gegen den Waffenhandel in Afrika zu helfen". Dieser sei „die Grundlage für Krieg und Konflikt", sagte Nzapalainga bei einer Pilgermesse im Dorf Yagma in Burkina Faso. Weiter rügte der Kardinal alle, die zur Waffe griffen: „Wenn ich mich von Industriellen und Kriegsun- ternehmern dahingehend manipulieren lasse, zu töten und meine Region oder mein Land mit Waffen und Sprengstoff zu zerstören, dann liebe ich weder Gott noch meinen Nächsten oder mich selbst." Der Aufruf des Kardinals folgt Berichten, wonach Fundamentalisten zuletzt vermehrt Ziele in der Sahelzone angegriffen hätten. Einige Beobachter führen die Terroranschläge auf einen florierenden Waffenhandel zurück, der den Zugang zu Gewehren und anderem Kriegsmaterial einfach mache. Nzapalainga, der mit 52 Jahren jüngster Kardinal der katholischen Kirche ist, setzt sich in der Zentralafrikanischen Republik, die seit dem Sturz von Präsident Francois Bozize 2013 Schauplatz eines Bürgerkriegs ist, gemeinsam mit muslimischen Glaubensführern für einen Dialog ein.

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Foto: KNA-Bild
Der Erzbischof von Bangui, Dieudonné Nzapalainga und der Imam Oumar Kobine Layama sind für ihren friedlichen Dialog 2015 mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet worden