Interreligiöser Dialog

Liebe Leserinnen!
Liebe Leser!

Nigeria ist ein Land des Zwiespalts. Auf der einen Seite stammen die berühmtesten afrikanischen Schriftsteller/-innen wie Chinua Achebe und Chimamanda Ngozi Adichie aus diesem westafrikanischen Land. Die Hauptstadt Lagos ist die Geburtsstadt der als »Afrobeat« bezeichneten Musikrichtung. Mit 2.000 Filmen pro Jahr belegen die nigerianischen »Nollywoodfilme« den zweiten Platz der Jahresfilmproduktion – direkt  hinter dem indischen »Bollywood«. Auf der anderen Seite ist Nigeria noch immer stark gezeichnet von Gewaltexzessen, die als religiös legitimiert gelten. In den vergangenen zehn Jahren ist Boko Haram zu einer Terrorgruppe herangewachsen, die das Land und dessen Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt. Zwei Millionen Binnenvertriebene sind auf der Flucht.

Im Januar 2020 reiste eine missio-Delegation nach Nigeria. Neben einer gemeinsamen Konferenz mit der Nigerianischen Bischofskonferenz in Abuja zum Thema »Frieden durch interreligiösen Dialog« besuchte die Delegation auch Projekte in Yola und Jos, die missio seit vielen Jahren fördert. Die dabei gewonnenen Einblicke sind in die Schwerpunktartikel dieses Heftes eingeflossen. Gideon Pwakim analysiert den aktuellen nigerianischen Landeskontext und diskutiert das Potenzial einer »Theologie der Gastfreundschaft« als Handlungsansatz. Michael Boni Bazza, selbst Opfer von Boko Haram, schildert seine Eindrücke in einem persönlichen Erfahrungsbericht. Im Interview erklärt Sr. Agatha Chikelue, warum das Engagement von Frauen in der Friedensarbeit unverzichtbar ist. Diese Meinung teilt auch die Ordensschwester Marie Catherine Kingbo mit Blick auf den interreligiösen Dialog in Niger. Josef Stamer beschreibt die Entwicklung des interreligiösen Zusammenlebens in Mali, wo über 90 Prozent der Bevölkerung dem Islam angehören. Andreas Renz komplementiert den Themenschwerpunkt dieses Heftes, indem er anhaltende Herausforderungen und erste Erfolge interreligiösen Zusammenarbeitens in Deutschland benennt.

Ich wünsche Ihnen eine erhellende Lektüre

Ihre

Marita Wagner

 

Beiträge aus Heft 3/2020

Länderbericht: Mali

von Josef Stamer

Lange Jahre galt Mali trotz seiner Armut als eines der Vorzeigeländer Afrikas – sowohl, was die demokratischen Strukturen betrifft, als auch, was das friedliche Zusammenleben einer christlichen Minderheit inmitten einer muslimischen Mehrheit angeht.... weiterlesen »

Leidenschaft für interreligiösen Dialog

von Johannes Seibel

Nigeria ist mehr als nur Boko Haram. Zu sehr beherrscht eine islamistische Terrorgruppe die Schlagzeilen über dieses Land in Deutschland. Wir dagegen lernen bei einer Reise nach Nigeria im Januar diesen Jahres Menschen kennen, die tatsächlich... weiterlesen »

Bedroht durch Boko Haram

von Michael Boni Bazza

Im Nordosten Nigerias hat die islamistische Terrorgruppe Boko Haram in den vergangenen Jahren viele Kirchen zerstört, Christen ermordet und vertrieben. Manche Kirchenvertreter fühlen sich vom Rest des Landes alleingelassen. Sie fordern Unterstützung... weiterlesen »

Theologie der Gastfreundschaft

von Gideon Pwakim

Nordnigeria litt in den vergangenen 30 bis 40 Jahren unter zunehmender inner- und interreligiöser Gewalt. In der Zeit vom ersten Ausbruch von interreligiöser Gewalt in Fagge, einem Vorort Kanos, im Jahr 1982 bis zum heutigen Terror durch die... weiterlesen »

Lasst die Frauen ran!

von Marita Anna Wagner

Schwester Agatha Chikelue ist Co-Vorsitzende des Women of Faith Network (WoFN). Das ist ein Netzwerk nigerianischer Frauen mit unterschiedlichem kulturellem und religiösem Hintergrund, die sich gemeinsam für Frieden und Dialog einsetzen. Es entstand... weiterlesen »

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