Simbabwe

 

Hirtenbrief prangert große Missstände im Land an

Bischöfe setzen sich an die Spitze der Opposition

In Simbabwe droht der Konflikt zwischen Regierung und Opposition zu eskalieren. Nach dem Militärputsch gegen Präsident Robert Mugabe 2017 gab es im Land die Hoffnung auf einen wirtschaftlichen und politischen Neuanfang. Doch nun, drei Jahre später, werfen Menschenrechtler dem aktuellen Präsidenten, Emmerson Mnangagwa, dasselbe brutale Vorgehen gegen Kritiker vor wie seinem Vorgänger. Die Kirche hat sich an die Spitze der Opposition gesetzt. In einem Hirtenbrief hat der Erzbischof der Diözese Harare, Robert Ndlovu, gemeinsam mit sechs Amtsbrüdern Präsident Mnangagwa für zahlreiche Missstände kritisiert. Die Bischöfe prangern die ausufernde Korruption im Land an und fordern die Regierung auf, sich für den wirtschaftlichen Zusammenbruch des Landes, steigende Armut, Ernährungsunsicherheit und Menschenrechtsverletzungen zu verantworten. Die Regierungspartei ZANU-PF dagegen brandmarkt jeden, der die Menschenrechtsverletzungen des Regimes aufzeigt, als Terrorist und Verschwörer und wirft der katholischen Kirche Panikmache vor. Die Bischöfe suchten die Nähe zu Gruppen, die Krisen herbeiführen wollten, um ihre eigene Agenda durchzusetzen. Bisher war die katholische Kirche in Simbabwe kein Ziel von Repressalien der Regierung gewesen. Nachdem Informationsministerin Monica Mutsvangwa jedoch Erzbischof Ndlovu für seine Regimekritik als »bösartigen Einflussnehmer, der Simbabwe spalten will«, bezeichnet hat, könnte sich das bald ändern.

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Im Fokus der Kritik: Simbabwes Präsident Emmerson Mnangagwa, auf dem einst die Hoffnung auf einen Neuanfang ruhte, muss sich zunehmenden Protesten stellen. Seiner Regierung werden die katastrophale wirtschaftliche Lage im Land und zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.