Indonesien

Hoffnung nach dem Wahlsieg Joko Widodos

Christen leiden unter Hass gegen Minderheitenreligionen

In Indonesien ist die Zahl der Verurteilungen wegen Blasphemie im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Das indonesische »Setara Institute for Democracy and Peace« habe 25 Fälle  dokumentiert, verglichen mit neun Fällen im Jahr 2017, berichtet der asiatische katholische Pressedienst Ucanews. Einer der prominentesten Fälle 2017 war der ehemalige Gouverneur von  Jakarta, der Christ Basuki Tjahaja Purnama, der auf Druck radikalislamischer Kräfte zu zwei Jahren Haft verurteilt worden war. Mit dem Blasphemievorwurf sollte nach Ansicht politischer  Beobachter gezielt seine Wiederwahl verhindert werden. Ursachen für die Blasphemievorwürfe sieht das Setara-Institut in einer Zuname von Hasspredigten islamistischer Gruppen und einer  wachsenden Politisierung des Islam. Die Zunahme der Blasphemie-Verurteilungen sei zudem Teil einer islamistischen Kampagne gegen die Wiederwahl von Präsident Joko Widodo bei der Präsidentschaftswahl, die am 17. April stattgefunden hat. Mit dem Wahlsieg Widodos steigt unter Christen jedoch die Hoffnung auf ein Abflauen des im Land geschürten Hasses gegen Minderheitsreligionen. »Dem politischen Islam mit dem Ziel der Errichtung eines Kalifats ist es nicht gelungen, die Kontrolle über das Land zu erlangen«, sagte der katholische Analyst Boni Hargens der Katholischen Nachrichten-Agentur. Die Wähler hätten sich für Amtsinhaber Widodo entschieden, weil sie sich von ihm ein »besseres Indonesien« erhoffen. In der Vergangenheit kam es in dem weltweit größten Inselstaat, der gleichzeitig das Land mit den meisten Muslimen weltweit ist, immer wieder zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Muslimen und Christen, die seit 1999 mehr als 10.000 Menschenleben gefordert haben.

Foto: Willy Kurniawan / Reuters
Auf einer Wahlkampfveranstaltung von Indonesiens Präsident Joko Widodo im Gelora Bung Kamo Stadion in Jakarta hält ein Mädchen ein Fähnchen mit dem Foto des Wunschkandidaten in die Höhe.