Spiritualität der Schöpfung

Liebe Leserinnen!
Liebe Leser!

Im Frühjahr stieß ich zufällig auf die Ausschreibung eines internationalen Fotowettbewerbs mit einem spannenden Thema: »Inspire change through your lens«, »Inspiriere den Wandel durch deine Linse«. Mich interessierten weniger die Teilnahmebedingungen als vielmehr die Idee des Wettbewerbs: Die Aufgabe für die Fotografinnen und Fotografen lautete, mit ihren Bildern erfolgreiche Modelle nachhaltiger Lebensführung in Fragen des Energieverbrauchs und der Nahrungsmittel zu zeigen. Die Fotografien sollen andere anregen, diese Modelle selbst auszuprobieren. Die Botschaft dahinter: Es ist möglich, den Lebensstil zu verändern und einen sozialen und ökologischen Wandel herbeizuführen, ohne auf politische Entscheidungen zu warten.

Das fotografische Plädoyer für einen alternativen Lebensstil erinnerte mich an das Wort der »ökologischen Umkehr«, das Papst Franziskus mit seiner Enzyklika Laudato si’ ins Gespräch gebracht hat. Sind es nicht gerade gelungene Beispiele, die das Wort von der »ökologischen Umkehr« mit Leben füllen? In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen den Wettbewerb und die Kampagne vor und zeigen Ihnen eine Reihe von Wettbewerbsbildern, die uns die Organisatoren freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben. Die teils preisgekrönten Fotografien begleiten zwei Beiträge, in denen aus afrikanischer und asiatischer Perspektive der Begriff der Schöpfung reflektiert und weitergedacht wird. Außerdem dokumentieren wir in dieser Ausgabe eine Rede, die der kongolesische Erzbischof François-Xavier Maroy Rusengo vor Europapolitikern in Brüssel gehalten hat. Diese Rede führt nicht nur das stabilisierende Engagement der Kirche in der Demokratischen Republik Kongo vor Augen, sondern auch die schwierige politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation, in der sich das Land befindet.

Ich wünsche Ihnen eine informative und eine fotografisch anregende Lektüre.

Stefan Voges

Beiträge aus Heft 5/2017

»Wer Frieden predigt, lebt gefährlich!«

Von François-Xavier Maroy Rusengo

Eine Rede über den Kongo, Konfliktmineralien und Migration I Wer Frieden predigt, lebt gefährlich in der Demokratischen Republik Kongo. Erzbischof François-Xavier Maroy Rusengo von Bukavu hat mehr als einen Attentatsversuch überlebt. Er kritisiert... weiterlesen »

Veränderung beginnt bei uns

Von Angela Maria Ocampo

Eine Kampagne zu nachhaltigen Lebensstilen für die Menschen und den Planeten I Nachhaltige Modelle von Produktion und Verbrauch haben rund um die Welt Erfolg. Dieser Erfolg verdankt sich innovativen Experimenten und Initiativen, die von Menschen und Gemeinschaften gestartet wurden, die sich für den Aufbau einer faireren und nachhaltigeren Gesellschaft einsetzen, indem sie das Leben der Menschen und die Grenzen des Planeten berücksichtigen. Inspiriert vom Aufruf des Papstes zu einer tiefgehenden ökologischen Umkehr stellt die Kampagne »Change for the Planet – Care for the People« (»Veränderung für den Planeten – Sorge um die Menschen«) durch einen Fotowettbewerb die Fähigkeit der Menschen und Gemeinschaften heraus, selbst change-maker zu sein, also selbst Veränderungen anzustoßen und zu gestalten. In der Druckausgabe lesen    

Schöpfung in der afrikanischen Weltanschauung

Von Anne Béatrice Faye

Ist Laudato si' ein Geschenk für Afrika? I Vorab möchte ich betonen, dass es keine spontane Begriffsbildung gibt. Der Mensch bildet spezifische Begriffe nur im Hinblick auf sein konkretes Leben, das wiederum zwangsläufig vom physischen, gesellschaftlichen und kulturellen Umfeld geprägt ist. So wird das Leben innerhalb der afrikanischen Weltanschauung als eine Wirklichkeit aufgefasst, die die Ahnen, die jetzt Lebenden, die noch nicht geborenen Kinder, die gesamte Schöpfung und alle Seinsformen umfasst und in sich begreift: die Sprechenden und die Stummen, die Denkenden und diejenigen, die über kein Denken verfügen. Das sichtbare und das unsichtbare Universum werden hier als Lebensraum des Menschen, aber auch als ein Raum der Gemeinschaft betrachtet, in dem die früheren Generationen unsichtbar mit der jetzigen Generation in Berührung kommen, die wiederum die Vorfahren der künftigen Generationen sind. In der Druckausgabe lesen    

Partnerschaft mit der Erde

Von Robert Athikal

Indische Inspirationen zu einer Spiritualität der Schöpfung I Der vorliegende Beitrag versucht, das traditionelle Verständnis von Schöpfung und Verantwortung weiterzuentwickeln – hin zum Gedanken einer nicht abgeschlossenen Schöpfung und Kosmogenese (Ursprung und Entwicklung des Kosmos). In der Druckausgabe lesen    

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