Bolivien

 

Kirchen starten Vermittlungsversuch zur Befriedung des Landes

Bürgerkomitee wendet sich an Papst Franziskus

In Bolivien wollen die katholische Kirche sowie die Vereinigung der evangelikalen Kirchen zusammen mit der Regierung und der Ständigen Menschenrechtsversammlung einen Dialog zur Befriedung des Landes führen. Dies hat der Erzbischof von Cochabamba, Oscar Sparicio, in der Zeitung „Los Tiempos" angekündigt. Bolivien wird seit der Präsidentschaftswahl am 20. Oktober 2019 von heftigen Unruhen erschüttert. Die Opposition wirft Präsident Evo Morales Wahlbetrug vor. Eine Kommission der Organisation Amerikanischer Staaten bestätigte diese Einschätzung. Darauf trat Morales zurück, kündigte Neuwahlen an und floh ins Exil. Die Kirche fordert nach der schweren innenpolitischen Krise einen Neuanfang. Es gelte wachsam zu sein gegenüber der Versuchung, in autoritäre Systeme oder eine Spaltung der Gesellschaft zu verfallen oder nur Einzelinteressen zu beachten. Mehrere Bischöfe des Landes sprachen sich dafür aus, für den Frieden und einen Dialog zu arbeiten. Das oppositionelle Bürgerkomitee „Pro Santa Cruz" wendet sich angesichts der anhaltenden Unruhen in Bolivien an Papst Franziskus. „Wir erbitten vom Heiligen Vater, dass er eine Botschaft der Befriedung und der Einheit schickt", sagte Komitee-Sprecher Mauricio Melgar der Katholischen Nachrichten-Agentur in Santa Cruz. Das Bürgerkomitee gehört zu den einflussreichsten gesellschaftlichen Kräften in Bolivien, die nach den Vorwürfen der Wahlmanipulation gegen Morales einen Generalstreik in der zweitwichtigsten Metropole des Landes organisierten.

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Foto: KNA-Bild
Während die Opposition in Bolivien von „Wahlbetrug“ spricht, haben Anhänger von Ex-Präsident Evo Morales in Yapacani eine Straßensperre errichtet. Die Menschen geben ihrem Unmut auf Plakaten und Fahnen Ausdruck.