Forum Weltkirche - Zeitschrift für Kirche und Gesellschaft mit weltweitem Blick

Integrale Mission

Nur eine heilende Kirche ist auch eine missionarische Kirche

 

Theoretische Orientierung zum Heilungsauftrag der Kirche

von Markus Patenge

Wer aufmerksam in das Neue Testament blickt oder die Geschichte der Kirche studiert, erkennt sehr schnell, dass die Sorge um erkrankte Menschen – ihre Betreuung und Begleitung – ein zentrales Element des christlichen Wirkens in der Welt ist. So eindeutig dieser Befund auch ist, stellt sich doch immer wieder neu die Frage, wie die Verbindungen von Gesundheit, Heilung, Glaube und Kirche zu verstehen sind und was der Heilungsauftrag eigentlich konkret für eine missionarische Weltkirche bedeutet.

 

Autor

Markus Patenge

ist promovierter Theologe und Referent für Friedensethik bei der Deutschen Kommission Justitia et Pax in Berlin. Von September 2013 bis Februar 2019 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Weltkirche und Mission in Frankfurt am Main beschäftigt. Schwerpunktmäßig war er dort für den Forschungsbereich »Mission und Gesundheit« verantwortlich.

Die Praxis der kirchlichen Krankenfürsorge ist zunächst Ausdruck eines theologischen Zusammenhanges von Glaube und Heilung. So schreibt der emeritierte Papst Benedikt XVI.: »Heilen ist eine wesentliche Dimension der apostolischen Sendung, des christlichen Glaubens überhaupt. Eugen Biser bezeichnet das Christentum geradezu als eine ›therapeutische Religion‹ – eine Religion des Heilens. Wenn man das in der nötigen Tiefe auffasst, ist darin der ganze Inhalt von ›Erlösung‹ ausgedrückt.«1 In einer Heilungserfahrung kann schon jetzt die erhoffte Erlösung, also das umfassende Heil-Sein – bruchstückhaft erfahren werden. Darum sind christlicher Glaube und Heilung nicht zu trennen. Für die Ohren moderner Menschen klingt diese Aussage sicher mehr als aus der Zeit gefallen. Denn ist es nicht auch ein Gewinn der europäischen Geschichte der Aufklärung, dass wir mittlerweile strikt zwischen Medizin und Religion trennen?

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FOTO: KNA
Das Christentum ist auch eine therapeutische Religion. Durch einzelne Heilungserfahrungen können Gläubige schon bruchstückhaft das umfassende Heil und damit die göttliche Erlösung erahnen.

Anmerkungen

¹ Joseph Ratzinger, Jesus von Nazareth. Erster Teil. Von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung, Freiburg i. Br. 2012, S. 212–214.