Postkoloniale und dekoloniale Theologien

Länderbericht

 

Namibia im Schatten kolonialer Hypotheken

Die Grenzen selbstständiger Entwicklung

Von Henning Melber

Das über 825.000 Quadratkilometer große, mit 2,5 Millionen Einwohner:innen dünn besiedelte Gebiet des heutigen Namibia wurde aufgrund der trockenen Landstriche salopp als »Sandbüchse des Kaiserreichs« tituliert. Von 1884 bis 1915 sollte es als »Deutsch-Südwestafrika« (DSWA) den »Platz an der Sonne« sichern. Es wurde zum Schauplatz des ersten Völkermords im 20. Jahrhundert. Dass dies auch noch eine Geschichte in der Gegenwart ist, dokumentiert neben den unter deutscher und südafrikanischer Fremdherrschaft bis 1990 geschaffenen Erblasten ein gerade ausgehandeltes Abkommen zwischen den Regierungen Deutschlands und Namibias.

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Autor

Henning Melber

kam 1967 als jugendlicher Sohn einer Einwanderin nach Namibia, wo er 1974 der SWAPO beitrat. Er ist promovierter Politikwissenschaftler und habilitierter  Entwicklungssoziologe. Von 1992 bis 2000 leitete er die Namibian Economic Policy Research Unit (NEPRU) in Windhoek, danach war er Forschungsdirektor des Nordic Africa Institute (2000–2006) und Direktor der Dag Hammarskjöld Stiftung (2006–2012), beide in Uppsala. Er ist Außerordentlicher Professor an der Universität Pretoria und der Universität des Freistaats in Bloemfontein, beide in Südafrika.